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Neue Westfälische (Bielefeld)

Neue Westfälische: Große Koalition streitet über Rente Gesetzliche Garantie ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Bielefeld (ots)

Wie es einst schon der legendäre Komiker Karl
Valentin trefflich formulierte, sind Prognosen besonders schwierig, 
wenn sie sich auf die Zukunft beziehen. Spaß beiseite: Selten war es 
so kompliziert, eine verlässliche Konjunkturerwartung für die 
nächsten 24 Monate zu formulieren wie jetzt. Die weltweite 
Finanzkrise folgt keinerlei bekanntem Drehbuch. Besonders schwierig 
ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt, weil die Krise dort mit zeitlicher
Verzögerung durchschlägt.
Ob im nächsten Jahr die Lohnsumme steigen wird, wie es die Regierung 
annimmt, oder ob sie fallen wird, wie es die Institute errechnet 
haben, ist aber keine akademische Frage. Theoretisch müssten im 
zweiten Fall die Renten wegen ihrer Kopplung an die Lohnsumme sinken.
Das soll nach dem Willen der Regierung auf keinen Fall geschehen. Den
Rentnern soll in der Krise kein Sonderopfer zugemutet werden - schon 
gar nicht in Wahlkampfzeiten. Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) will 
nun überhaupt für alle Zeiten per Gesetz ausschließen, dass die 
Rentenhöhe jemals sinkt - die Kopplung an die Löhne würde demnach nur
für gute Zeiten gelten. Eine solche Garantie könnte jedoch mit einem 
anderen Ziel der Regierung kollidieren: Die Beiträge der Aktiven zur 
Rentenkasse sollen bis 2020 nicht über 20 Prozent steigen. Deshalb 
geht Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Distanz zu Scholz. Bei der 
grundsätzlichen Kopplung von Lohn und Rente soll es ihrer Meinung 
nach schon bleiben. Nur in der Krise darf es anders sein.
Doch wegen des Merkel-Einspruchs braucht kein Rentner eine Kürzung zu
befürchten. Keine Regierung wird es wagen, sich mit 20 Millionen 
Ruheständlern anzulegen, die so fleißig zur Wahlurne pilgern wie 
keine andere Gruppe. Im Notfall werden die Jüngeren die Zeche mit 
höheren Beiträgen zu bezahlen haben. Von daher ist Olaf Scholz mit 
seiner Gesetzesinitiative eigentlich nur ehrlich.

Pressekontakt:

Neue Westfälische
Jörg Rinne
Telefon: 0521 555 276
joerg.rinne@neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

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