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19.05.2003 – 18:12

3sat

3sat-Preis beim 40. Theatertreffen Berlin an Anne Tismer und Susanne Wolff

Mainz (ots)

3sat-Preis beim 40. Theatertreffen Berlin an Anne
Tismer und Susanne Wolff
Zum Abschluss des 40. Berliner Theatertreffens erhielten Anne
Tismer und Susanne Wolff, Hauptdarstellerinnen der zwei eingeladenen
Nora- Inszenierungen, gemeinsam den mit 10.000 Euro dotierten
3sat-Preis für eine "zukunftsweisende Leistung des deutschsprachigen
Schauspiels". Henrik Ibsens "Nora", vor 100 Jahren entstanden, habe
durch ihre Darstellungskunst einen gleichermaßen überzeugenden,
spannenden und dabei völlig unterschiedlichen Weg in die Gegenwart
gefunden, hieß es in der Begründung. In der Inszenierung von Thomas
Ostermeier an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz zeigt Anne
Tismer eine Ehefrau, die in ihrem Emanzipationsbestreben nur noch
einen gewaltsamen, zerstörerischen Ausweg sieht, während Susanne
Wolff in der Inszenierung von Stephan Kimmig am Hamburger Thalia
Theater eine durchaus starke Frau zeigt, die jedoch in der inneren
Emigration endet und ihren Mann nicht verlässt. Da sich die
Diskussionen wie auch die Begeisterung des Berliner Publikums stark
auf die beiden Nora-Figuren konzentrierte, erweise sich die
Doppeleinladung einmal mehr als der gelungenste Griff in der
vieldiskutierten Nominierungsliste des 40. Theatertreffens. Die
Verleihung der mit EUR 10.000,-- dotierten Auszeichnung fand am 18.
Mai 2003 im Haus der Berliner Festspiele statt. Zu der Jury gehörten
neben dem Theaterkritiker Georg Diez (FAZ) der Intendant der Berliner
Festspiele, Dr. Joachim Sartorius, und Jo Schmidt, Redakteur beim ZDF
Theaterkanal und 3sat. Der 3sat-Preis wurde in diesem Jahr zum
siebten Mal vergeben, um aus dem Kreis der nach Berlin eingeladenen
Inszenierungen Künstler aus den Bereichen Regie, Darstellung oder
Bühnenbild auszuzeichnen, die eine zukunftsweisende Leistung für das
deutschsprachige Schauspiel vollbracht haben. Preisträger der
vergangenen Jahre waren Volker Hesse und Urs Widmer, Einar Schleef,
Martin Kusej, sowie Luk Perceval und Tom Lanoye. 2001 erhielten der
Regisseur Michael Thalheimer und sein Bühnenbildner Olaf Altmann den
3sat-Preis für ihre Inszenierungen "Liliom" und "Das Fest"; im
vergangenen Jahr Stefan Pucher für seine Arbeit mit Stücken von Anton
Tschechow und insbesondere die Inszenierung von "Drei Schwestern" am
Schauspielhaus Zürich.
3sat Presse und Öffentlichkeitsarbeit Christine Eckert (06131 - 70
6322) Mainz, 19. Mai 2003
ots-Originaltext: 3sat
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