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"Fremder Feind" gewinnt den Fernsehfilmpreis in Baden-Baden
3sat-Zuschauerpreis 2018 geht an "Kästner und der kleine Dienstag"

3sat-Logo Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/6348 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/3sat"
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Mainz (ots) - Der Fernsehfilm "Fremder Feind" (WDR) gewinnt den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste beim FernsefilmFestival in Baden-Baden. Die Begründung der Jury lautet: "Ein Vater flieht vor seinem Familientrauma an den denkbar entlegensten Ort - um ausgerechnet dort vom Trauma eingeholt zu werden. Aus dem inneren Kampf zwischen Verdrängung und insgeheimer Sehnsucht nach der Nachempfindung dessen, was der Sohn im Krieg erlebt hat, entsteht ein wahrhaftiges Psychogramm. Eines Menschen, der den fremden Feind in sich entdeckt, den wir alle in uns tragen, dem wir aber niemals begegnen wollen. Drehbuch, Regie, Kamera, Musik und alle anderen Gewerke verabreden sich zur präzisen aber immer filmischen Erzählung einer Trauerarbeit. Ulrich Matthes und Barbara Auer öffnen sich in ihrem Spiel auf schmerzhaft ehrliche Weise, um den Film, bei aller visuellen Größe, zu einer emotionalen Reise zu machen." Ulrich Matthes, Regisseur Rick Ostermann, Drehbuchautorin Hannah Hollinger und Produzent Marcos Kantis (Schiwago Film) nehmen den Preis heute Abend entgegen. Jochen Rausch, Autor des Romans "Krieg", der als Vorlage des Films diente, wird ebenfalls anwesend sein.

Zeitgleich zum Wettbewerb in Baden-Baden strahlte 3sat alle zwölf Wettbewerbsfilme aus. Nun haben die Zuschauerinnen und Zuschauer von 3sat entschieden: "Kästner und der kleine Dienstag" (ARD Degeto/WDR/ORF) gewinnt den 3sat-Zuschauerpreis 2018. Erich Kästner (Florian David Fitz) gelingt mit seinem Kinderbuch "Emil und die Detektive" 1929 über Nacht ein Bestseller. Eines Tages steht der siebenjährige Hans, ein glühender "Emil"-Verehrer vor ihm. Die beiden freunden sich an. Nach Hitlers Machtergreifung und der Verbrennung seiner Bücher beendet Kästner, um Hans zu schützen, den Kontakt.

Der diesjährige Sonderpreis der Jury für herausragende darstellerische Leistungen wird zu gleichen Teilen an Elisa Schlott und Hassan Akkouch verliehen. "Kein geteilter Preis, sondern ein doppelter für Elisa Schlott und Hassan Akkouch in dem Film 'Fremde Tochter' (SWR)", begründet die Jury ihre Entscheidung. "Die beiden jungen Darsteller machen diesen kontrastierenden Parcours der Liebe durch alle Distanzen und Fallstricke der hinderlichen Kulturen zu einem intensiven Erlebnis und staunenswerten Kraftakt." Mit einem Sonderpreis für die Regie von "Tatort - Die Musik stirbt zuletzt" (SRF) wird Dani Levy ausgezeichnet. "Der Regisseur hat diesem Film seinen ureigenen Rhythmus auferlegt. Er scheucht uns auf, nimmt uns an die Hand und zwingt uns Schritt zu halten. Atemlos bestaunen wir eine organisatorische und handwerkliche Höchstleistung, die stilistisch alle Grenzen durchbricht, an die wir uns bei Fernsehfilmen gewöhnt haben", so die Jury. "Der Film hat eine Bedeutung, die weit über das Medium hinausragt. Und das wünschen wir uns vom Fernsehfilm, genauso wie stilistisch innovative Einfälle. Die Auszeichnung dieses Filmes ist eine Aufforderung an Regisseure aber auch an Redakteure nicht auszuruhen und vermeintlich Erfolgreiches und Funktionierendes zu wiederholen, sondern immer wieder große Anstrengungen zu unternehmen, um diese ausgetretenen Wege zu verlassen." Mit einer Lobenden Erwähnung zeichnet die Jury den Film "Unterwerfung" aus. "Der Film von Titus Selge ist die raffinierte Neuerfindung des Fernsehens aus dem Geiste der Literatur Michel Houellebecqs: In einer so kühnen wie künstlerisch überzeugenden Komposition schiebt Unterwerfung die verschiedensten Erzählformen ineinander: Romanverfilmung, Bühnenadaption, Schauspielerporträt und Dokumentarmaterial."

Zur Jury gehörten dieses Jahr unter dem Vorsitz von Bettina Reitz, Präsidentin der HFF München, Autor und Regisseur Oliver Kienle, FAZ-Redakteurin Sandra Kegel, Regisseurin Julia von Heinz sowie Regisseur und Produzent Michael Verhoeven. Der Studierendenpreis der Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, der Hochschule für Fernsehen und Film München sowie der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF geht an das Drehbuch des ORF-Beitrags "Die Notlüge" mit der Begründung: "Wir sehen einer Patchwork-Familie zu, die aus Fleisch und Blut, Herz und Hirn gemacht ist und von einer Autorin kreiert wurde, die es versteht, sich in jedes Mitglied ihres Figurenensembles differenziert hineinzuversetzen, was insofern bemerkenswert ist, als es sich um ihr Debüt-Drehbuch handelt. Das wollen wir besonders würdigen und vergeben deshalb unseren Preis an Pia Hierzegger für das beste Drehbuch zu 'Die Notlüge'." Für "besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm" wird heute Abend die Leiterin der ZDF-Redaktion "Das kleine Fernsehspiel" Claudia Tronnier mit dem Hans Abich Preis, dem Ehrenpreis des Festivals, ausgezeichnet.

Ansprechpartnerinnen: Claudia Hustedt, Telefon: 06131 - 70-15952; 
Presse-Desk, Telefon: 06131 - 70-12108, pressedesk@zdf.de
Michaela Niemeyer, Telefon: 0170 - 638-4638, 
niemeyer@fernsehfilmfestival.de 

Fotos zum Gewinnerfilm "Kästner und der kleine Dienstag" sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 - 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/3satzuschauerpreis

Das Fernsehfilm-Festival Baden-Baden im Internet: www.fernsehfilmfestival.de

Der 3sat-Zuschauerpreis im Internet: www.3sat.de/zuschauerpreis

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