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09.07.2019 – 15:35

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BLOGPOST: Mentoring: Wie aus Talenten Profis werden

BLOGPOST: Mentoring: Wie aus Talenten Profis werden
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Die Entwicklung der beruflichen Identität stellt nicht nur Nachwuchskräfte vor enorme Herausforderungen. Besonders in frühen Karrierephasen können erfahrene Mentoren dabei stützend zur Seite stehen. Aber wie sieht sinnvolles und nachhaltiges Mentoring aus? Wir sprachen mit Tina Mentner über das Mentoring Programm des GWPR. Sie leitet den Geschäftsbereich Sondersituationen bei Hering Schuppener und unterstützt junge Frauen bei ihrer Weiterentwicklung.

news aktuell: Traditionell arbeiten in der Kommunikationsbranche vergleichsweise viele Frauen. Gilt das auch für Führungspositionen?

Mentner: Tatsächlich sehen wir im Vergleich immer noch wenig Frauen in leitenden oder Top-Funktionen - obwohl das Berufsfeld der Kommunikation häufig als weiblich beschrieben wird. Darum haben wir den GWPR gegründet! Unser Ziel ist es, Frauen auf ihrem Weg an die Spitze zu begleiten und sie bestmöglich zu unterstützen. Tragfähige Netzwerke, wie wir eines sein wollen, sind da eine wichtige Voraussetzung. Ursachen für weibliche Unterrepräsentanz in Führungspositionen gibt es viele: Sie reichen von Umfeldern, die es Frauen nach wie vor schwer machen, über familieninterne Ursachen - nach meiner Wahrnehmung bleiben immer noch meist die Frauen zu Hause, wenn ein Kind krank ist - bis hin zu Persönlichkeitsfaktoren. Führen und in der ersten Reihe stehen muss Frau wollen!

news aktuell: Seit Anfang des Jahres gibt es auch ein GWPR Mentoring-Programm: Wie sieht das Programm genau aus, was können Mentees erwarten?

Mentner: Mit dem Programm wollen wir unseren Mitgliedern, Mentorinnen wie Mentees, die Möglichkeit geben, von den Erfahrungen und Kenntnissen der jeweils anderen zu lernen. Regelmäßiger, intensiver Austausch soll dazu beitragen. Das Programm hat drei Säulen: Wir organisieren 1. Mentoring-Netzwerktreffen, bei denen wir in Gruppen von max. 25 Teilnehmerinnen fachliche Themen diskutieren. Wir bieten 2. Workshops an, in denen sich persönliche Fähigkeiten durch die Arbeit mit renommierten TrainerInnen entwickeln lassen. Und 3. vernetzen wir Frauen untereinander für bilaterales Mentoring.

news aktuell: Was macht für Sie ein erfolgreiches Mentoring aus?

Mentner: Erfolgreiches Mentoring basiert allem voran auf einer Vertrauensbeziehung. Nur wenn gegenseitiges Vertrauen da ist, können Gespräche in der notwendigen großen Offenheit geführt werden. Wesentliche Voraussetzung ist außerdem, dass zu Beginn konkrete Ziele für die gemeinsame Arbeit definiert und dann auch konsequent bearbeitet werden. Echtes Interesse an der jeweils anderen Person und die Bereitschaft, konstruktives Feedback zu teilen, sind weitere Faktoren. Von einer solchen Mentoring-Beziehung profitieren - je nach Absprache - nicht nur die Mentees. Die Sichtweisen und Perspektiven junger Kolleginnen besser zu verstehen, ihre Wünsche und Erwartungen zu kennen, finde ich zum Beispiel wichtig und spannend.

news aktuell: Gab es in Ihrer Laufbahn so etwas wie einen Mentor/eine Mentorin?

Mentner: Zwei Menschen hatten wesentlichen Anteil an meinem Werdegang: Zum einen mein Vater, der mir eingeimpft hat, dass ich unabhängig sein soll und erreichen kann, was ich will. Und viele Jahre später war es Ralf Hering, mit dem ich knapp 20 Jahre eng zusammengearbeitet habe, der unser Unternehmen und auch mich geprägt hat. Bei Hering Schuppener wird echte Gleichberechtigung gelebt! Nachdem wir bereits einige Zeit miteinander gearbeitet hatten, hat er mir einmal gesagt: "Ich war von Anfang an überzeugt, dass Du das schaffst. Vermutlich anfangs mehr als Du selbst." Das stimmte. Ich hatte großen Respekt vor der Aufgabe, ein Team und einen Kundenstamm aufzubauen. Sein Zutrauen hat mir geholfen. Tatsächlich musste ich mir aber auch immer wieder mal einen Ruck geben, wenn es darum ging, unbekanntes Terrain zu betreten.

news aktuell: Was sind die größten Herausforderungen in der heutigen "PR-Welt" für weibliche Nachwuchskräfte?

Mentner: Weibliche und männliche Nachwuchskräfte stehen beide vor großen Herausforderungen - da macht das Geschlecht nach meinem Dafürhalten keinen Unterschied. Globalisierung, Digitalisierung, Populismus - nur ein paar Themen, die in aller Munde sind und uns bewegen. Antworten darauf zu finden, wie Kommunikation sich in diesem Umfeld entwickelt und in fünf oder zehn Jahren erfolgreich passiert - das ist Herausforderung für jede Kommunikatorin und jeden Kommunikator. Wie führe ich junge Menschen so, dass sie motiviert bleiben, Freude an ihrer Arbeit haben und sich womöglich auch langfristig meinem Unternehmen verbunden fühlen? Auch mit dieser Frage müssen wir uns alle auseinandersetzen.

news aktuell: Wie erkennen Sie in Ihrem Unternehmen Nachwuchstalente und wie fördern Sie diese?

Mentner: In der gemeinsamen Arbeit wird meist schnell klar, wer ein Talent für das Berater-Dasein hat: Intelligenz, Integrität, Neugier, souveräner Auftritt, intrinsische Motivation und der Wunsch, etwas zu bewegen sind wesentliche Aspekte. Die Förderung unserer jungen KollegInnen geschieht über ein breites Set an Maßnahmen. In unserer Academy besteht in mehreren Veranstaltungen pro Jahr die Chance, sich zu ausgesuchten Themen weiterzubilden. Im Zuge von Insight-Lunches geben Journalisten, Anwälte, andere Kommunikatoren und Experten regelmäßig Einblick in für uns relevante Themen. Secondments im Ausland, in einem Büro eines unserer internationalen Partner, ermöglichen den Blick über den Tellerrand. Das wichtigste aber ist sicher, dass unsere Führungskräfte sich persönlich und zumeist sehr intensiv für die Ausbildung und Entwicklung unseres Nachwuchses engagieren.

news aktuell: In der Kommunikationsbranche ist Networking überlebenswichtig: Welche drei Tipps können Sie für den erfolgreichen Aufbau eines Netzwerks geben?

Mentner: Networking ist in einer Vielzahl von Branchen und Berufen essentiell. Um ein Netzwerk erfolgreich - und damit nachhaltig - aufzubauen, sind Interesse, Gelegenheit und Disziplin notwendig. Interesse an anderen Menschen, deren Sichtweisen, Erfahrungen, Lebenssituationen - unabhängig davon, ob man selber davon profitieren kann. Die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, kommt manchmal ganz von allein - sie sollte aber auch konsequent gesucht und dann genutzt werden. Und Disziplin braucht es, die einmal geknüpften Kontakte zu halten und zu pflegen - sonst verlaufen sich Beziehungen schnell wieder. Als vierten Tipp möchte ich vor allem Frauen geben: Lasst die angefangene Arbeit ruhig auch mal liegen und stellt sicher, dass Ihr einen Lunchtermin einhaltet und das Event wirklich besucht, für das Ihr Euch angemeldet habt. Networking ist mindestens ebenso relevant.

Dieser Beitrag ist ein Original-Post aus dem news aktuell Blog: https://treibstoff.newsaktuell.de/mentoring-wie-aus-talenten-profis-werden/

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