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Greenpeace e.V.

Gen-Weizen kommt nicht in die Tüte
Greenpeace erhebt Einspruch gegen Versuchsanbau in Sachsen-Anhalt

Magdeburg (ots)

Der Anbau von gentechnisch verändertem Weizen in
Sachsen-Anhalt stößt auf Widerstand. Auf einer Pressekonferenz in
Magdeburg hat Greenpeace heute bekannt gegeben, Einspruch gegen den
geplanten Versuchsanbau mit Gen-Weizen in Bernburg, Sachsen-Anhalt
einzulegen. Auch der Verband der Großbäckereien, Ökobauern aus der
Region und der Kirchenpräsident Helge Klassohn protestieren gegen den
Versuch. Über die Freisetzung wird in den nächsten Wochen vom für die
Genehmigung zuständigen Robert-Koch-Institut in Berlin entschieden.
Heute endet die öffentliche Beteiligung am Genehmigungsverfahren und
damit die Einspruchsfrist. Mit diesem Versuch würde erstmals in
Deutschland Gen-Weizen im Freiland angebaut.
"Gen-Weizen kommt uns nicht in die Tüte!" sagt Henning Strodthoff,
Greenpeace. "Der Versuch ist unsinnig und schadet der Weizen-Region
Sachsen-Anhalt." Besonders unberechenbar wird der Gen-Weizen-Versuch
dadurch, dass bis heute die Einzelheiten der gentechnischen
Veränderung geheim gehalten werden. Eine Überprüfung der Angaben und
eine Bewertung beispielsweise des Risikos von Allergien durch diesen
Gen-Weizen wird somit verhindert.
Weizen wird in Deutschland auf rund drei Millionen Hektar angebaut
und ist die wichtigste Marktfrucht für Landwirte, außerdem die
Grundlage der täglichen Ernährung. Der Verband der Großbäckereien
lehnt die Versuche ab, weil er um Qualität und Ruf von Brot und
Gebäck fürchtet. Biolandwirte sehen in dem Versuch eine Gefahr, weil
Gen-Weizen die gentechnikfreien Felder verunreinigt und die
Vermarktung unmöglich macht. Die evangelische Kirche besitzt eine
direkt angrenzende Fläche.
Nordwestlich und östlich von Bernburg sollen insgesamt 10.000
Gen-Pflanzen auf 850 Quadratmetern freigesetzt werden. Die Flächen
gehören dem Land Sachsen-Anhalt und der Agrargenossenschaft Baalberge
eG. Der Gen-Weizen soll sich nach Firmenangaben besser gegen
Pilzbefall wehren können. Das entscheidende Gen stamme aus einem
Pilz. Genauere Angaben verwehrt Syngenta jedoch der Öffentlichkeit.
"Syngenta macht Gentechnik zur Geheimsache", erklärt Henning
Strodthoff für Greenpeace. "Die Firma nimmt die Bedenken der
Öffentlichkeit nicht ernst. Nicht einmal die Eigentümer der
umliegenden Flächen in Bernburg wurden über den geplanten Versuch
informiert." Der Gen-Weizen sollte bereits 2003 in Thüringen angebaut
werden. Nach Protesten von Greenpeace hatte Syngenta auf den Versuch
im Vorjahr verzichtet.
Wie stark die Ablehnung der Gentechnik in Lebensmitteln ist, zeigt
auch der Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" von Greenpeace: In
ihm werden Firmen aufgelistet, die auf Zutaten aus Gen-Pflanzen
verzichten. Vom Ratgeber wurden seit Anfang des Jahres über 500.000
Stück bei der Umweltorganisation bestellt und verschickt.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an den Gentechnik-Experten
Henning Strodthoff, Tel. 0171-8780822, oder an Pressesprecherin
Svenja Koch, Tel. 0171-8780-828. Internet:
www.greenpeace.de/gentechnik. Ein Hintergrundpapier zu Gen-Weizen
oder den Einkaufsratgeber schicken wir gerne zu.
ots-Originaltext: Greenpeace e.V.
Digitale Pressemappe:
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=6343
Internet: www.greenpeace.de

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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