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04.09.2002 – 10:50

Greenpeace e.V.

Greenpeace protestiert auf Alpengletscher gegen Ölkonzerne / UN-Gipfel in Johannesburg geht zu Ende, Klimawandel geht weiter

    Wien, Johannesburg (ots)

Auf dem Pasterze-Gletscher in den Hohen
Tauern (Kärnten/Österreich) haben heute Morgen Greenpeace-Aktivisten
den Spruch entrollt "Climate change powered by Esso, Shell, BP"
(Klimawandel - angetrieben durch Esso, Shell, BP). Mit der Aktion
protestieren sie gegen die klimaschädliche Politik der
internationalen Ölkonzerne. 80 Aktivisten waren nötig, um die Banner
zu transportieren und auf einer Fläche von etwa 5000 Quadratmetern
auszurollen.
    
    Der in den Hochalpen nahe dem Großglockner gelegene
Pasterze-Gletscher wird jährlich etwa fünf Meter dünner und 20 Meter
kürzer. Das Schmelzen der Gletscher ist eines der sichtbarsten und
zuverlässigsten Zeichen, dass sich die Erde erwärmt. Über den durch
Ausstoß von Treibhausgasen hervorgerufenen Klimawandel wurde auch auf
dem Weltgipfel in Johannesburg beraten, der heute mit magerem
Ergebnis endet. Vor allem die USA und die OPEC-Staaten verhinderten
ein verbindliches Programm zum Ausbau erneuerbarer Energien.
    
    "Esso, Shell und BP verheizen unser Klima", sagt Karsten Smid,
Klimaexperte von Greenpeace. "Die Ölmultis sind mitschuldig am
Gletscherschwund. Auf dem Weltgipfel verhinderten die USA und
Saudi-Arabien zusammen mit Öl-Lobbyisten, dass erneuerbare Energien
stärker gefördert werden. Besonders Esso und sein Mutterkonzern
ExxonMobil sabotieren den Klimaschutz."
    
    In einem Brief an US-Präsident George Bush schrieben von
ExxonMobil bezahlte Öl-Lobbyisten am 2. August: "Der Weltgipfel wird
nur eine Medienplattform sein für einige der unverantwortlichsten und
zerstörerischsten Elemente in kritischen wirtschaftlichen und
ökologischen Fragen. Ihre [Präsident Bushs] Anwesenheit würde nur
dazu beitragen, deren Gedankengut aufzuwerten, das gegen die
Freiheit, gegen die Menschen, gegen die Globalisierung und gegen den
Westen gerichtet ist. (...) Wir unterstützen Sie fest darin, keine
neuen internationalen Umweltabkommen zu unterzeichnen. (...) Die
potenzielle globale Erwärmung ist das unwichtigste globale
Umweltproblem. Wir hoffen, Ihre Verhandlungsführer in Johannesburg
werden dafür sorgen, dass es gar nicht erst auf den Tisch kommt."
    
    Seit dem UN-Gipfel von Rio 1992 sind die Emissionen von
Kohlendioxid um 11 Prozent angestiegen. Allein 40 Prozent der 23
Milliarden Tonnen Kohlendioxid, die jährlich die Atmosphäre belasten,
entstehen bei der Verbrennung von Öl. Esso, Shell und BP haben
zusammen einen Marktanteil von über 50 Prozent an der weltweiten
Ölförderung.
    
    Seit Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts bis
1975 verloren die Alpengletscher im Durchschnitt etwa ein Drittel
ihrer Fläche und die Hälfte ihres Eisvolumens. Seitdem sind weitere
20 bis 30 Prozent des Volumens abgeschmolzen. Wissenschaftler rechnen
damit, dass bis zum Jahr 2050 drei Viertel aller Alpengletscher
verschwunden sind.
    
ots Originaltext: Greenpeace e.V.
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an die Klimaexperten Karsten
Smid, Tel. +49-171-8780821 oder Erwin Mayer, Tel.: +43-6642700441,
(beide vor Ort) oder Pressesprecher Fabian Sösemann, Tel.:
+49-40-30618-342. Bilder des Pasterze-Gletschers sowie Fotos von der
Aktion erhalten unter Tel. +49-40-30618-376 bzw. +31-6-53819121,
Beta-Material unter: Tel. +49-89-29163194 oder +49-40-42910110.
Internet: www.greenpeace.de oder www.gletscherarchiv.de.

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell