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Dramatische Unterfinanzierung gefährdet Flüchtlingshilfe weltweit

Bonn (ots) - Die Finanzierung der Hilfe für Flüchtlinge, Vertriebene und Staatenlose wird weltweit immer schwieriger. Kaum mehr als die Hälfte des benötigten Bedarfs ist aktuell gedeckt. Als Folge fehlender Mittel verschlimmert sich die Notsituation von Flüchtlingen und aufnehmender Gemeinden zusehends. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie "Highlighted Underfunded Situations in 2018" des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR).

"Die Konsequenzen für die Betroffenen sind fatal. Immer mehr Flüchtlinge sind unterernährt, medizinische Einrichtungen in Flüchtlingsregionen unzureichend und überfüllt, Unterkünfte verfallen. Tausende Flüchtlingskinder können nicht zur Schule gehen, weil Klassenräume und Unterrichtsmaterialien fehlen. Der UNHCR braucht dringend verstärkte internationale Unterstützung", so der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer.

Bis Ende dieses Jahres erwartet der UNHCR den Eingang von nur etwa 55 Prozent der benötigten 8,2 Milliarden US-Dollar (7,16 Milliarden Euro). 2017 waren es noch 56,6 Prozent und im Jahr davor 58 Prozent der benötigten Summe. Fazit: Während die Zahl der Geflüchteten Jahr für Jahr ansteigt, hält die Finanzierung von Flüchtlingsprojekten dem erhöhten Bedarf nicht stand.

Laut UNHCR-Studie sind die Hilfsoperationen vor allem in sechs Flüchtlingskrisen dramatisch unterfinanziert: in Burundi, in der Demokratischen Republik Kongo, in Afghanistan, Syrien, Südsudan und Somalia. Für Flüchtlinge aus Burundi ist die Lage besonders prekär. So sind bislang nur 28 Prozent der benötigten Gelder angekommen - mit desaströsen Auswirkungen für die 400.000 burundischen Flüchtlinge in den Nachbarländern. Für sie musste bereits die Nahrungsmittelhilfe gekürzt werden, viele Familien müssen hungern. In Tansania, wo mehr als 230.000 Burundier Aufnahme gefunden haben, leben über die Hälfte der Flüchtlinge selbst Jahre nach ihrer Ankunft noch immer in provisorischen Notunterkünften.

Auch die Vertriebenen und Flüchtlinge aus Syrien sind direkt von der Finanzierungslücke betroffen. So ist die UNHCR-Winterhilfe für syrische Flüchtlinge in Jordanien und im Libanon gefährdet. Ohne zusätzlichen Gelder müssten im November die lebenswichtigen Bargeldhilfen eingestellt werden. Dies hätte verheerende Folgen für Tausende syrischen Familien in beiden Ländern, von denen die meisten ohnehin unter der Armutsgrenze leben.

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