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Mittelbayerische Zeitung: "Unverdächtig"
Ein Kommentar der Mittelbayerischen Zeitung zum Shitstorm gegen Manfred Weber (CSU)

Regensburg (ots)

Ausgerechnet der CSU-Politiker Manfred Weber bekommt den Ärger ab, der sich in der Flüchtlingspolitik gegenüber seiner Partei aufgestaut hat. Es trifft den Falschen. Der Niederbayer steht zwar für eine Willkommenskultur mit festen Regeln. Er äußert seine Vorstellungen aber stets differenziert und nie lärmend, er ist um Gerechtigkeit und Ausgleich bemüht. Wer in der Asylpolitik der CSU nach bewusst gesetzten Entgleisungen sucht, sollte lieber in eine andere Richtung blicken. Die von CSU-Chef Horst Seehofer und Landesgruppenchef Alexander Dobrindt bei der Winterklausur zelebrierte innige Nähe zu Ungarns Rechtsaußen Viktor Orban hat deutlich mehr Erregungspotenzial. Der politische Freund ist für die CSU zwar der Garant, dass die Balkanroute im Landtagswahljahr möglichst dicht bleibt. Trotzdem wäre es gut gewesen, wenn Seehofer und Dobrindt den scharfen Kritiker von Kanzlerin Angela Merkel und der EU ein wenig gezügelt hätten - so wie das wahre Freundschaft verlangt. Weber hat sich jedenfalls nicht gescheut, Orban in sachlichen Worten an Bringschulden gegenüber Brüssel zu erinnern. Der "Shitstorm" im Internet traf Weber am Wochenende dennoch nicht gänzlich unverschuldet. Es hätte ein besseres Wort als "final" gegeben, wenn von Lösungen in der Flüchtlingsfrage die Rede ist. Das Wort passt auch bei einer arglosen Interpretation nicht wirklich: Endgültig kann eine EU-Lösung angesichts der sich ständig wandelnden Flüchtlingsströme nicht sein. Fakt ist: Webers Wortwahl hat eine Reihe von Menschen irritiert, denen nicht per se Böswilligkeit zu unterstellen ist. Gut, dass der CSU-Politiker sich sofort erklärt hat, um Missverständnisse auszuräumen. Damit sollte der Twitter-Sturm nun auch wieder abflauen. Den Weber-Kritikern sei geraten: Auch bei der CSU lohnt es sich, zwei Mal hinzusehen, bevor man losschlägt. Weber hat jedenfalls Gnade verdient.

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