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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Aus von Novak Djokovic bei den French Open, Autor: Andreas Brey

Regensburg (ots) - Diese Kritik kommt von Herzen. Als Novak Djokovic gestern im Viertelfinale der French Open aus dem Turnier fliegt, platzt Boris Becker erstmals öffentlich der Kragen: "Er braucht einen ebenbürtigen Gegenüber, der ihm auch mal die Wahrheit sagt!" Und damit hat die Tennis-Legende absolut recht. Denn die Niederlage kam mit Ansage. Zwei Gründe sind ausschlaggebend für die aktuelle Verfassung des ehemaligen Weltranglisten-Ersten, der noch vor einem Jahr nach seinem Sieg an gleicher Stelle unbesiegbar schien - und nun ein neues, anderes Gesicht zeigt. Erstens: das Feuer! Es fehlt dem Djoker. Wer noch einen Beweis dafür braucht, dem sei der dritte Satz gestern wärmstens ans Herz gelegt. Dieses 0:6 gegen einen - zugegeben - überragenden Dominic Thiem zeigt deutlich, dass Djokovic mit sich nicht im Reinen ist. Schon in den Runden zuvor hatte dem Serben die gewohnte Präzision in den Schlägen gefehlt. Es wirkt, als ob er mit angezogener Handbremse spielt. Das einst extrem emotionale Spiel, das vor allem Becker als Trainer bis zur Trennung im Dezember 2016 drei Jahre gefordert hatte, ist weg. Und damit der Erfolg. Zweitens: der Coach! Djokovic arbeitet zwar seit den French Open mit Andre Agassi zusammen, der als Trainer perfekt zu dem 30-jährigen Serben passt. Schließlich durchlebte der US-Amerikaner als Spieler selbst mehr als eine schwere Krise, schaffte mit über 30 ein unglaubliches Comeback, wurde gar die Nummer 1 der Welt - aber Agassi hat ein Problem: Er hat eine wunderbare Familie in Las Vegas und ist für einen Full-Time-Job nicht bereit. Aber eben so einen Trainer braucht der Djoker in dieser Phase.

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