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Mittelbayerische Zeitung: In der Verantwortung
Kommentar zum Google-Urteil

Regensburg (ots) - Keine Frage - mehr Verbraucherschutz in der digitalen Welt ist überfällig. Doch ob sich das Vorhaben in die Praxis umsetzen lässt, ist mehr als zweifelhaft. Zu verschlungen und unüberschaubar ist das Internet, als dass Suchergebnisse so einfach entfernt werden könnten. Zumal das Urteil auch nur bedeutet, dass das Netz ein bisschen vergesslicher werden wird. Nutzer müssen deshalb so gut wie möglich selbst vorsorgen. Der Richterspruch aus Luxemburg hat die Suchmaschinenbetreiber in Schockstarre versetzt. Konnten sie sich bisher immer darauf berufen, nur Sammler und Vermittler personenbezogener Daten zu sein, hat ihnen der EuGH nun das Gegenteil bescheinigt. Google und Co. werden von den Richtern endlich in die Verantwortung genommen, vor welcher sie sich bisher gerne gedrückt haben. Dass dafür ein richterlicher Beschluss vonnöten war, zeigt dass es in der EU in punkto Rechtssicherheit beim Datenschutz noch gewaltig hakt. Längst hat die Entwicklung des Internets die derzeit geltende Richtlinie aus dem Jahr 1995 überholt. Es ist deshalb höchste Zeit, dass die geplante Reform so schnell wie möglich in Kraft treten kann. Noch immer wird das Dossier im Kreis der Mitgliedsstaaten blockiert. Deutschland ist daran nicht unschuldig. Nichtsdestotrotz sind auch die Nutzer selbst in der Verantwortung. Wer sich im Netz aufhält, ist für den Umgang mit seinen Daten selbst verantwortlich. Dazu gehört auch, sich auf Facebook und Co. nicht völlig zu entblättern.

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