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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Equal Pay Day: Das Elternproblem, von Bernhard Fleischmann

Regensburg (ots) - Die Statistik zu Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen lohnt einen genauen Blick, um voreilige Schlüsse zu vermeiden. Werden alle Faktoren abgezogen, die unterschiedliche Bezahlungen rechtfertigen, dann landet man bei 1,9 Prozent, um die Frauen benachteiligt werden. Das ist relativ wenig, aber dennoch unverschämt. Wer Frauen allein deshalb schlechter bezahlt, weil sie Frauen sind, ist ein ewiggestriger Ausbeuter. Der Großteil der 22-Prozent-Lohnlücke resultiert aus strukturellen Gründen, die sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten teilweise abschwächen dürften. Frauen sind immer besser ausgebildet, haben weniger Kinder und damit insgesamt bessere Karrierechancen. Männer übernehmen allmählich mehr familiäre Pflichten. Damit verlagert sich die Problematik zunehmend auf beide Geschlechter, bleibt aber trotzdem bestehen. Es trifft die Eltern. Wir brauchen umfassende Lösungen, die verhindern, dass Kinder nahezu automatisch Karriere und Verdienst bremsen. Heute ist das weitgehend so - und grundverkehrt.

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