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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Hansi Hinterseer/Schlager/volkstümliche Musik: "Erfolgsmodell" von Christine Straßer

Regensburg (ots) - Hansi Hinterseer zählt zur Kategorie Schlager und Volksmusik. Die ist im deutschen Musikgeschäft mit etwa neun Prozent Marktanteil zwar nur eine größere und dazu verpönte Nische - aber dafür krisenfester, langlebiger und mitunter erfolgreicher als die glamouröse Popbranche. Schunkeln und "a bisserl träumen" - das ist ein Erfolgsmodell. Schon seit Jahrzehnten. In den 1970er Jahren kauften die Deutschen mehr Platten der Original Oberkrainer als der Rolling Stones. Heimlich wurde das sentimentale Lied "Patrona Bavariae" zum Hit der Deutschen 1989/90 und zum Lied der Einheit. Marius Müller-Westernhagens "Freiheit" hat die Feuerzeuge glimmen lassen, und mit "Wind Of Change" haben die Scorpions gegen die Mauer angepfiffen. Lieferschwierigkeiten gab es nach der Maueröffnung und in Grenznähe jedoch allein bei Platten des Original Naabtal Duos. Dass Volksmusik heute so erfolgreich ist, wird oft mit mangelnden Computerkenntnissen der Älteren und einer alternden Gesellschaft erklärt. Aber Volksmusik hat den Verkauf von Klangkonserven nie als Kerngeschäft verstanden. Die Stars der Szene waren schon immer "bekannt aus Funk und Fernsehen". Sie treten bei Volksfesten auf oder ihre Konzerte geraten zu solchen. Die Stars wissen, was sie ihren Kunden schuldig sind: professionelle Ablenkung vom Alltag. Und wenn irgendwo gesungen wird, verhalten sich die Deutschen volkstümlicher, als sie denken. Was erklingt im Kindergarten, in der Kneipe, beim Straßenfest, zum Fußball? Die Gema weiß es: viel Schlager und viel Volksmusik.

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