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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar Mittelbayerische Zeitung (Regensburg) zu Missbrauchsfällen in der Odenwaldschule

Regensburg (ots) - Vor einem Jahr sind die ersten Missbrauchsfälle ans Licht gekommen. Seitdem sind auf Worte wenig Taten gefolgt. Die Opfer werden ungeduldig. Man hatte ihnen lückenlose Aufklärung versprochen. Doch alles, was bislang an eckigen wie runden Tischen passiert ist, lässt die Betroffenen enttäuscht zurück. Daher ist es höchste Zeit, dass Geld fließt. Eine finanzielle Entschädigung ist für die meisten Opfer der einzige Weg, wenigstens ein Stück Gerechtigkeit zu erfahren. Auch wenn keine Summe das Leid aufwiegen kann, das diesen Menschen widerfahren ist. Aber viele können nicht mehr erleben, wie ihre Peiniger von einem Gericht für ihre Verbrechen bestraft werden. Die Vorfälle sind längst verjährt. Viele Opfer werden vom Täter auch keine Entschuldigung mehr hören. Diese sind längst tot. Die Odenwaldschule, wie auch die Kirche, hat den Opfern mit ihrem Weggesehen, Totschweigen und Vertuschen die Chance auf Gerechtigkeit genommen. Deshalb müssen sie jetzt zumindest ein Sühnezeichen setzen. Die Diskussionen, in welcher Höhe das geschehen soll und der Streit über das Für und Wider dauern schon zu lange. Immerhin: Die Kirche will im März über die Höhe der Entschädigungszahlungen informieren. Hoffentlich werden dann auf Worte auch endlich Taten folgen. Die Opfer haben schon zu lange auf Gerechtigkeit warten müssen.

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