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Betriebliche Altersversorgung in kleinen und mittleren Unternehmen: Opting-out-Modell als Chance - Großer Nachholbedarf im Mittelstand

Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand. Opting-out ist aus Sicht von kleinen und mittleren Unternehmen die beste Lösung zur weiteren Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Quelle: R+V Versicherung / V.E.R.S. Leipzig GmbH: Studie "bAV-Kompass Mittelstand" 2015. Weiterer Text über ots und... mehr

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Wiesbaden (ots) - Betriebliche Altersversorgung (bAV) für alle, gerade auch für Geringverdiener und Teilzeitbeschäftigte: Um dieses Ziel zu erreichen, setzt der Mittelstand in Deutschland große Hoffnungen auf das Opting-out-Modell. Fast drei Viertel (72 Prozent) der befragten kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland sind überzeugt, dass ein kollektives Einbeziehen der Arbeitnehmer in die bAV mit individueller Widerspruchsmöglichkeit die Verbreitung deutlich steigern kann. Dies zeigt die aktuelle Untersuchung "bAV-Kompass Mittelstand" der Universität Leipzig im Auftrag der R+V Versicherung.

Opting-out-Modell ist erste Wahl für den Mittelstand

"Ein gutes Beispiel sind die USA: Hier liegt die Beteiligungsquote dank Opting-out bei über 80 Prozent. Dies schafft eine flächendeckende Versorgung über alle Unternehmensgrößen und Branchen hinweg", so Frank-Henning Florian, Vorstandsvorsitzender der R+V Lebensversicherung AG. "Wir als Versicherer wünschen uns daher von der deutschen Politik einen rechtlichen Rahmen, der insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen Sicherheit gibt, ein Opting-out-Modell einzuführen. Dies könnte der betrieblichen Altersversorgung einen neuen Schub verleihen. Die Versicherungsunternehmen stehen dafür der Wirtschaft und der Politik als Partner bereit."

Gesetzliche Grundlage für Opting-out-Modell würde helfen

Eine solche Lösung käme auch bei den Unternehmen gut an: "Wenn es um die bAV-Beratung geht, dann vertraut der Mittelstand in erster Linie spezialisierten bAV-Beratern (57 Prozent) und Versicherungsunternehmen (47 Prozent)", so Prof. Dr. Fred Wagner vom Institut für Versicherungswissenschaften an der Universität Leipzig. Aktuell können sich 35 Prozent der Firmen die Einführung von Opting-out in ihrem Betrieb vorstellen, 13 Prozent haben sich das Modell bereits näher angeschaut. Noch deutlich größer wäre die Zustimmung, wenn es eine gesetzliche Grundlage für Opting-out gäbe. Denn für viele Unternehmen ist das Modell aktuell noch stark erklärungsbedürftig: Häufig wird es als bevormundend empfunden, obwohl natürlich für den einzelnen Arbeitnehmer eine Widerspruchsmöglichkeit besteht.

Arbeitgeberhaftung sehen nur wenige mittelständische Firmen als Hürde

Überraschendes Ergebnis: Die oftmals als bAV-Hemmnis genannte Haftung des Arbeitgebers spielt für die Unternehmen hingegen nur eine untergeordnete Rolle; weniger als ein Fünftel der Unternehmen sieht diese als Hürde an. Zwar bietet fast jedes kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland eine bAV an, denn seit 2002 besteht ein Rechtsanspruch darauf. Aber die Mehrzahl der Beschäftigten nutzt diesen Anspruch nicht. Wie der "bAV-Kompass Mittelstand" zeigt, liegt die bAV-Quote bei einem Drittel der Unternehmen unter 20 Prozent, bei einem weiteren Viertel nur zwischen 20 und unter 40 Prozent der gesamten Belegschaft. Das ist deutlich niedriger als in Großunternehmen und liegt auch unter dem Schnitt der gesamten deutschen Wirtschaft, wo die bAV-Quote bei 60 Prozent seit einigen Jahren stagniert. Die Gründe dafür sind vielfältig: Vor allem begrenzte Budgets der Arbeitnehmer werden in der Studie genannt, aber auch ein mangelnder Wissensstand über die Vorteile der bAV und das Gefühl, dass bAV kompliziert ist. "Gerade im Mittelstand besteht akuter Handlungsbedarf", so Frank-Henning Florian. "Vor allem bei den Mitarbeitern muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden."

Vor allem Geringverdiener bisher unterversorgt

Gerade in der Gruppe der unter 30-Jährigen ist die bAV-Durchdringung mit nur 12 Prozent der Berechtigten im Mittelstand bisher stark unterrepräsentiert. "Dabei sind sie es, die den demografischen Wandel und seine finanziellen Folgen für die Altersversorgung besonders hart zu spüren bekommen werden", so der Studienleiter Prof. Dr. Fred Wagner. Ein ähnliches Bild bietet sich auch beim Einkommen: Beschäftigte mit eher geringen Jahreseinkommen unter 25.000 Euro machen nur 11 Prozent aller bAV-Nutzer aus. Da die bAV im Mittelstand bisher vorwiegend arbeitnehmerfinanziert ist, fehlt den Beschäftigten mit niedrigen Einkommen oftmals das Geld für eine bAV. Durch einen Arbeitgeberzuschuss, beispielsweise in Höhe der gesparten Lohnnebenkosten, würde dieses Modell weiter an Attraktivität gewinnen.

Untersuchungsmethode der Studie

Für den "bAV-Kompass Mittelstand" wurden von der V.E.R.S. Leipzig GmbH (Spin-off des Instituts für Versicherungswissenschaften e.V. an der Universität Leipzig, Prof. Dr. Fred Wagner) bundesweit 48 Interviews mit Entscheidungsträgern und leitenden Repräsentanten kleiner und mittlerer Unternehmen durchgeführt, davon 39 als Vor-Ort-Interviews und neun als Telefoninterviews. Die Interviews dauerten jeweils 90 Minuten. Die Befragung fand von Juli 2014 bis März 2015 statt.

Die Studienergebnisse finden Sie als Kurz- und Langfassung auf www.presse.ruv.de

Microsite mit multimedialem Material zur honorarfreien redaktionellen Verwendung: http://bav-kompass-mittelstand.na-smartsite.de

Pressekontakt:

Dr. Karsten Eichner
Konzern-Kommunikation
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