Stiftung Familienunternehmen

Stiftung Familienunternehmen: Banken sollen Staatsanleihen mit Eigenkapital unterlegen
Prof. Kirchdörfer: "Korrektur sicher nicht auf einen Schlag, aber in Stufen möglich."

Berlin (ots) - Die unheilvolle Abhängigkeit zwischen Banken und Staaten in Europa zu reduzieren, dies hat der Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, Prof. Rainer Kirchdörfer, gefordert. Anders als Kredite an Unternehmen gelten Staatsanleihen in den Bankenbüchern als risikolos und müssen nicht mit Eigenkapital unterlegt werden. "Aus unserer Sicht bedarf dies dringend einer regulatorischen Korrektur, sicher nicht auf einen Schlag, aber in Stufen", erklärte er auf der WELT-Währungskonferenz 2014 in Berlin, veranstaltet von der Stiftung Familienunternehmen und der Tageszeitung "DIE WELT".

Die Folge der Begünstigung von Staatsanleihen seien "fatal", sagte Kirchdörfer, der auch Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung ist: "Den politischen Entscheidern bleiben die wahren Kosten ihrer Schuldenpolitik verborgen. Gerade weniger stabilitätsorientierte Staaten neigen daher verstärkt zu einer riskanten Finanzpolitik."

Kirchdörfer kritisierte auch die lockere Geldpolitik der EZB. Diskussionen über eine weitere Zinssenkung oder über eine sogenannte "quantitative Lockerung" führten in die Irre: "Die Politik niedriger Zinsen im Euroraum ruft immer neue Probleme hervor, auf die nicht mit noch mehr billigem Geld reagiert werden kann", merkte er an. Für Banken sei es attraktiver, garantierte Staatsanleihen aus Südeuropa zu kaufen, als Unternehmensinvestitionen zu finanzieren. "Wir sehen sehr wohl, wo das billige Geld der EZB landet: Bei den Finanzministern Griechenlands, Italiens und Spaniens. Die nächste Schuldenkrise ist schon programmiert."

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