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Neues Deutschland: zu Bundeswehreklat in Afghanistan

Berlin (ots)

Der eine kann sich nicht vorstellen, dass Soldaten
Gefangene foltern, der andere nicht, dass sie mit Totenschädeln 
posieren, der dritte wohl nicht einmal, dass sie Waffen benutzen. Die
Politik, die versucht, den Soldatenberuf als eine Arbeit von vielen 
zu verzivilisieren, ist auf breiter Front empört. Der Soldat als 
Dienstleister. Doch die Behauptung, dass deutsche ISAF-Soldaten im 
Norden im Vergleich zu ihren Kollegen im Süden eine eher ruhige Kugel
schieben, ist nur schlüssig, wenn man ein Pulverfass als Sitzmöbel 
schätzt und zur KSK keine Fragen hat.
 Der Totenkopf am Kragenspiegel ist schon so lange Geschichte, dass 
dem deutschen Soldaten unisono eine besondere ethische Eignung für 
den Umgang mit Gebeinen abverlangt werden kann. Doch von der 
Sittenverrohung im Dunstkreis von Angst, Hass und Gewalt macht sich 
offenbar selbst die Politik keinen Begriff. Auch wenn deutsche 
Soldaten nicht gerade die Weisung erhalten, Verachtung dem Tod 
gegenüber zu empfinden, berufsdienlich ist es allemal. Wie jener 
Korpsgeist, der jetzt gegeißelt wird. Keinen Moment war die 
veröffentlichte Meinung derart empört, als 1999 Menschen in 
Jugoslawien zerfetzt wurden, nachdem deutsche Soldaten ihre Befehle 
empfangen hatten. Auch eine Form von Kadavergehorsam.
 Die Folgen der Mohamed-Karikaturen wecken nun Befürchtungen. Die 
Ursachen nicht. Eine von ihnen wurde gestern im Kabinett bestätigt: 
Verlängerung des Einsatzbefehls für Afghanistan.

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