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Neues Deutschland: Keine Visa für Straßenkicker

    Berlin (ots) - Während Bundesinnenminister Schäuble die Fußball-WM als großen Beitrag im Kampf gegen Diskriminierung in Deutschland feierte, hielt das Auswärtige Amt zeitgleich an der Visaverweigerung für Straßenfußballer aus Ghana und Nigeria fest. Das ist bezeichnend für die kurzzeitige Euphorie einerseits und die hartnäckig fortbestehende Das-Boot-ist-voll-Haltung hierzulande andererseits. Dass Letzteres in deutschen Botschaften gepflegt wird, schlägt allen Bemühungen ins Gesicht, der Welt ein freundliches deutsches Antlitz zu zeigen.

    Den beiden Mannschaften wird die Einreise verweigert, weil Botschafts-Mitarbeiter Zweifel an ihrer Rückkehrbereitschaft hegen, teilte das AA mit. Welch selbstherrliche Anmaßung! Hier wird über Jungs der Stab gebrochen, die sich in der Aids-Prävention in Afrika engagieren, um sich und anderen Jugendlichen Perspektiven im eigenen Land zu sichern.  Ja, sie gehören zu den Ärmsten, leben oft auf der Straße. Aber genau für diese Jungs ist das Netzwerk »Streetfootballworld« da, eben deshalb wurden sie nach Berlin eingeladen, ihnen soll Fußball im Kampf gegen Armut, Gewalt und Drogen helfen.

    Nicht 24, nur 22 Teams werden ab Sonntag in Kreuzberg um den WM-Titel im Straßenfußball spielen - unterstützt von Fifa, Bundeskulturstiftung und DFB, nicht vom Auswärtigen Amt. Die Welt ist zu Gast bei Freunden, ein Teil ist unerwünscht. Beschämend!

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