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"nd.DerTag": One-Hit-Wonder im Pharmabereich - Kommentar zu den Standortschließungen bei Biontech

Berlin (ots)

Der Hype um die mRNA-Corona-Impfstoffe ist schon eine ganze Weile vorbei. Da die an neue Virusvarianten angepassten Vakzine Ladenhüter sind, zieht der einstige Held Biontech jetzt seine kapitalistischen Schlussfolgerungen: Er gibt die Impfstoffherstellung komplett an den Partner Pfizer ab, verkauft Standorte oder macht sie dicht und schickt bis zu einem Viertel der weltweiten Belegschaft in die Arbeitslosigkeit. "Inakzeptabel und verantwortungslos" nennt das der Betriebsrat. Und zwar zu Recht: Erst streicht man, auch dank staatlicher Hilfe, Milliardengewinne ein, um dann per Kahlschlag den betroffenen Kommunen hohe Sozialkosten aufzubürden. Man macht einen Konkurrenten, den man erst kurz vorher übernommen hat, weitgehend dicht. Und von Impfstoffproduktion gegen Tropenkrankheiten in Afrika ist auch keine Rede mehr.

Es ist ein Lehrstück, was droht, wenn ein forschendes Medizin-Start-up durch einen historischen (Un-)Glücksfall plötzlich zu einem milliardenschweren Unternehmen aufgebläht wird. Zwar zeigte sich in der Pandemie, was die mRNA-Technologie zu leisten in der Lage ist. Allerdings war die Entwicklung von Impfstoffen gegen das wenig komplexe Coronavirus relativ einfach.

Onkologische Therapien, wofür Biontech einst angetreten war, sind ein ganz anderes Kaliber. Der Geldregen half zwar, zahlreiche klinische Studien zu unterschiedlichen Krebsarten zu finanzieren. Wann die ersten abgeschlossen werden können und mit welchem Ergebnis, ist hingegen nicht absehbar. Kein Wunder, dass das Gründerehepaar Sahin-Türeci lieber aussteigt und sich in einem neuen Start-up wieder dem widmet, worin die beiden richtig gut sind: Grundlagenforschung.

Dagegen könnte sich der einst von Wissenschaft, Politik und Börsen gefeierte Star Biontech als One-Hit-Wonder der Pharmaindustrie entpuppen. Zumindest verhält sich das Unternehmen so.

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