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21.02.2013 – 18:37

nd.DerTag / nd.DieWoche

neues deutschland: Versöhnungsgeste des tschechischen Regierungschefs: Bedauern

Berlin (ots)

Bayern nennt die Sudetendeutschen seinen »vierten Stamm« neben Bayern, Franken und Schwaben. Bayrische Politiker betrachten sich als wichtigste Interessenvertreter derer, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei ausgesiedelt oder vertrieben wurden. Meine Großeltern verschlug es damals allerdings nach Mecklenburg. Vertrieben sahen sie sich in der Tat, und weder das Wissen um die deutschen Verbrechen, die dem Verlust der eigenen »Hejmt« (Heimat) vorausgegangen waren, noch die völkerrechtliche Sanktionierung des »Transfers« durch das Potsdamer Abkommen vermochten ihr Leid zu lindern. Aber dank der Bodenreform im Osten Deutschlands richteten sie sich auch ohne bayrische Fürsprache ganz passabel ein. Als die Bodenreform hierzulande 1990 jedoch in Frage gestellt wurde, dachte mancher Erbe sicherlich auch an Rückübertragungsforderungen, wie sie im Westen stets ausgesprochen worden waren. Nicht zuletzt deshalb fällt es den Tschechen schwer, Schuld auf eigener Seite anzuerkennen und Unrecht zu bedauern. Und deshalb betonte Ministerpräsident Petr Necas am Donnerstag im bayrischen Landtag: Ein Zurück zu den Eigentumsverhältnissen vor dem Krieg kann es nicht geben. Das Leid, das Sudetendeutschen 1945 angetan wurde, hatte Prag schon in der deutsch-tschechischen Erklärung 1997 bedauert. Necas bekräftigte das jetzt eigens für Bayern. In der Begrüßungsrede der Landtagspräsidentin fehlte allerdings ein ausdrückliches Bedauern für die deutschen Gräueltaten. Und das ist mehr als bedauerlich!

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