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Neues Deutschland: zu gewendeten Sichten von Politikern auf AKW vor und nach der Katastrophe in Japan

Berlin (ots) - Um den Verbleib in der Stuttgarter Staatskanzlei muss er noch kämpfen - seine bereits unter Beweis gesetzten Fähigkeiten als »Wendehals« haben Stefan Mappus indes schon vorab die Auszeichnung des Naturschutzbundes als »Vogel des Jahres 2011« eingebracht. Gerecht ist das nicht. Denn Baden-Württembergs CDU-Ministerpräsident ist nur ein Vertreter einer ganzen Spezies von Unions-Politikern, die in Sachen Atomkraft binnen Tagen eine atemberaubende Wende hingelegt haben. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und sein Umweltminister Markus Söder etwa standen Mappus bei ihren jahrelangen atomaren Lobgesängen und der geradezu euphorisch vertretenen Laufzeitverlängerung wegen angeblicher Sicherheit heimischer Kernkraftwerke in keiner Weise nach - und versuchen sich jetzt gemeinsam mit der Kanzlerin an die Spitze der Anti-AKW-Bewegung zu setzen. Derlei augenscheinliches Wendevermögen entbehrt zwar nicht einer gewissen Peinlichkeit, ist aber nicht erst seit Herbst 1989, sondern seit Konrad Adenauer gängiges Politikermuster. Die besondere Beweglichkeit von Hälsen hat freilich mit den darauf sitzenden Köpfen zu tun. Ginge es um neue Einsichten, wäre das in Ordnung und auch Konservativen zuzubilligen. Doch zu fürchten steht, die Verrenkungen um die Atomenergie haben lediglich mit der Angst zu tun, dass nach den Landtagswahlen in der Union eine neue K-Frage gestellt werden könnte. Die nach dem künftigen Kopf.

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