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Neues Deutschland: zum Gerangel um die Rettung von Karstadt

Berlin (ots) - Das Amtsgericht hatte den Rettungsplan für Karstadt noch nicht abgesegnet, da taten Unternehmensberater und andere »Experten« wieder ihre Fallbeil-Meinung kund: Traditionelle Universal-Kaufhäuser seien »Dinosaurier« ohne Zukunft. Mehr als eine Mutmaßung ist dies nicht. Die Warenwelt unterliegt kaum vorhersehbaren Modetrends. Wer hätte gedacht, dass der 70er-Jahre-Klamottenstil je wieder sein Unwesen treiben würde? Und auch strukturelle Entwicklungen im Einzelhandel sind nicht per se eine Einbahnstraße. Die Expansion von Shopping Malls sowie Outlet Centern stößt langsam an ihre Grenzen. Und die Discounter-Welt mit ihren Ausbeutungsbedingungen - der soziale Preis für die Kampfpreise - muss sich allmählich den Gewerkschaften öffnen. Die Karstadt-Einigung ist eine gute Nachricht für die 25 000 Beschäftigten, die Zulieferer, die Kunden und auch für die Innenstädte. Mit Nicolas Berggruen hat sich ein ungewöhnlicher Investor gefunden: Ihm scheint nicht nur in Sonntagsreden am Erhalt der Kaufhäuser und der Jobs gelegen zu sein, auch wenn er mittelfristig Gewinne sehen will. Und nach den dubiosen Immobilienabenteuern von Ex-Chef Middelhoff geht es wieder vorrangig um die Weiterentwicklung des Kaufhausgedankens. Als bekennender Karstadt-Einkäufer möchte der Verfasser dieser Zeilen die »Experten« an noch etwas erinnern: Dinosaurier beherrschten mehr als 150 Millionen Jahre die Welt.

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