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Neues Deutschland: zum Krieg in Afghanistan

Berlin (ots) - Vor einigen Tagen fragte ein alter Mann per Leserbrief um Rat. Hat es Sinn, wenn er seine Erinnerungen an den großen Krieg aufschreibt? Er war damals jung, diszipliniert, physisch hoch belastbar, bestens ausgebildet, seine »Ehre« wurde »Treue« genannt. Sogar auf dem Koppelschloss. Was den meisten aus seiner sogenannten Elitetruppe nicht gelang - er überlebte. Und eigentlich ginge es ihm - trotz Bypässen - gut in diesem Deutschland. Wären da nicht all die Nachrichten, die zeigen, dass Politiker nichts aus der Geschichte lernen wollen und junge Menschen sich nach wie vor manipulieren lassen, um zu töten oder getötet zu werden. Der alte Mann, aus dessen Zeilen Verzweiflung spricht, durchschaut sicher nicht die vielen Facetten »moderner« Außen- und Sicherheitspolitik, von denen Merkel, Westerwelle und zu Guttenberg reden. Doch eines weiß er offenbar besser als sie: Krieg löst keine Probleme, er schafft nur neue. Die Herrschenden, so steht in dem Brief, müssen ihre Machtansprüche herunterschrauben, müssen Gespräche führen mit allen, die das Töten so schnell wie möglich beenden können. Diese im Leben erfahrene Gewissheit teilt er mit der Mehrheit der Menschen in Deutschland. Ihre Interessen zu vertreten, haben die Bundestagsabgeordneten versprochen. Und die Minister schworen sogar, Schaden vom Volke abzuwenden. Sie sollten auf den Alten hören - und die Jungen endlich aus Afghanistan heimholen.

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