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Neues Deutschland: zur Bundestagsentscheidung über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan

Berlin (ots)

»Es gibt Situationen im Leben, da ist Souveränität
alles. Gerade in Situationen, in denen es eng wird. Gerade dann, wenn
alles auf dem Spiel steht.« Nein, der Satz stammt nicht aus der 
gestrigen Bundestagsdebatte über die Verlängerung des 
Afghanistan-Einsatzes. Er gehört zur Werbekampagne eines globalen 
Modekonzerns. Dazu sieht man männliche Models am Pokertisch, hinter 
denen weibliche Schönheiten stehen.
 Was das mit Krieg zu tun hat? Gar nichts - und viel zu viel. Die 
Anzeige war jüngst auch in einer großen deutschen Illustrierten, die 
auf der gegenüberliegenden Seite sehr realistisch über den Einsatz 
der Bundeswehr in Afghanistan berichtete. Der - glauben wir der 
Regierung - alles andere als ein  Krieg ist, sondern bestenfalls eine
»Stabilisierungsmaßnahme« und ein »Einsatz für den Frieden«.
 Man stelle sich einen von tausenden 17-Jährigen vor der 
Musterungskommission vor. Frieden - gibt es ein moralisch höheres 
Gut? Und wenn der Einsatz für Frieden nebst Sold  mit 92,03 Euro pro 
Tag steuerfrei vergütet wird, hat er nach den Monaten in Afghanistan 
eine Eintrittskarte für den Klub »da oben«. Oder die Anzahlung für 
den Golf. Oder die Hochzeit, falls der Partner wartet.
 Soldaten, die aus dem Krieg heimkehren, warnen vor solchen 
Illusionen. Statt an Türen des Wohlstands anklopfen zu können, suchen
sie die Gesellschaft eines Pfarrers oder eines Psychologen.

Pressekontakt:

Neues Deutschland
Redaktion / CvD

Telefon: 030/29 78 17 21

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