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NRZ: Merkel muss Seehofer entlassen und eine Minderheitsregierung bauen - von MANFRED LACHNIET

Essen (ots) - Es ist pädagogisch nicht ratsam, wenn man einem trotzig-ungezogenem Kind auf die Finger haut. Aus dem Wohnzimmer darf man es aber sehr wohl werfen. Genau das ist nun bei Horst Seehofer angebracht. Kanzlerin Merkel muss ihn entlassen. Der Bayer hat die mühsam konstruierte GroKo in Scherben geschlagen, er treibt die Bundesrepublik ins Instabile - und dazu auch noch die Idee von Europa. Das ist mehr als verantwortungslos. Wer - wie Seehofer - sein Heil im Nationalen sucht, gefährdet den Frieden. Ob Merkel bei solch einem Schritt selbst stürzt, ist noch die Frage. Es ist bezeichnend, dass ihre Gegner im gleichen politischen Lager sitzen. Der Riss in der Union sitzt tief und es gibt zu denken, wenn ein CSU'ler diese Woche in Pegida-Manier "Merkel muss weg" gerufen hat. Offenbar vergessen manche Verantwortliche beider C-Parteien, dass sie vorwiegend von Angela Merkels Popularität profitiert haben. Wer bitteschön soll es denn künftig richten? Der besserwissende Jens Spahn? Oder Frau von der Leyen von der kampfunfähigen Bundeswehr? Merkel selbst hat dafür gesorgt, dass sich in ihrer Partei alles um sie dreht. Wenn die CSU sich nach Seehofers Rauswurf aus der Bundesregierung verabschieden sollte, wäre eine Minderheitsregierung bis zu Neuwahlen nicht die schlechteste Idee: Grüne und Liberale würden sich gern einbringen. Die SPD sowieso. Und Seehofer könnte sich dann mit der AfD um die rechte Ecke streiten. In der Bundesregierung jedenfalls hat er nichts mehr zu suchen. Ob Merkel sich das traut?

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