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NRZ: Trotz aller Kritik: Europa lohnt sich - ein Kommentar von MANFRED LACHNIET

Essen (ots) - Gut, dass am Sonntag in NRW doppelt gewählt wird: Weil "Europa" nur wenige zur Wahl lockt, bewegt hoffentlich die zeitgleiche Kommunalwahl einige Menschen mehr. Die Kandidaten für den Stadtrat oder die Bezirksvertretung können unsere Nachbarn sein, die Themen vor Ort sind greifbar nah. Europa hingegen erscheint den meisten sehr weit weg. Diese Kritik ist berechtigt: Europa hat die Bankenmacht nicht gezähmt, den Steuerbetrügern Schlupflöcher gelassen. Der Süden des Kontinents ächzt unter den drastischen Sparvorgaben. An den Grenzen schottet sich Europa gnadenlos ab. Schließlich kostet die gigantische EU-Bürokratie Unsummen; ihr Handeln ist oftmals undemokratisch. All das stimmt und gehört immer wieder kritisiert. Wahr ist aber auch, dass es uns hierzulande so gut geht, weil wir "Europa" haben. Europa hat so viel Ausgleichendes und Friedenstiftendes geschaffen, dass das Arbeiten an der Europäischen Gemeinschaft jede Mühe und Auseinandersetzung wert ist. Dazu gehört die Wahl am morgigen Sonntag. Wer nicht mitmacht, überlässt Europa den Populisten und Radikalen. Es wäre fatal, wenn ausgerechnet jene Parteien in das Parlament einziehen, die es abschaffen wollen. Dass in den Niederlanden die Rechts-Populisten um Geert Wilders offenbar eine Schlappe erlitten haben, lässt hoffen. Beruhigen kann es nicht. Wer den europäischen Gedanken als sinnstiftende Einheit in der regionalen Vielfalt sieht, muss morgen zur Wahl gehen. Europa lohnt jede Stimme.

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