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Westfalenpost: Monika Willer zum Papst-Besuch in Lund

Hagen (ots) - Die Reformation führte einst zur Spaltung der Kirche. Zum Auftakt des 500-Jahr-Jubiläums hat nun Papst Franziskus im schwedischen Lund erstmals mit einem lutherischen Geistlichen einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert, mit Munib Younan, dem Präsidenten des lutherischen Weltbundes. Das gilt zu Recht als mutige, historische Geste. Es ist das erste Mal, dass ein Papst Martin Luther und die Reformation so symbolträchtig würdigt. Noch Benedikt XVI. hatte bei seinem Besuch in Luthers Kloster in Erfurt 2011 den deutschen Protestanten brüsk beschieden, er habe keine ökumenischen Geschenke im Gepäck. An der Frage des gemeinsamen Abendmahls macht sich die Spaltung der Christen konkret fest. Viele gemischtkonfessionelle Paare sehnen sich innig nach der Überwindung dieser Trennung. In ihrer Erklärung untermauern auch der Papst und Munib Younan ihren Wunsch nach mehr Ökumene. Doch konkret wurden sie nicht. Theologisch steht dem gemeinsamen Abendmahl noch zu viel entgegen. Dabei ist es höchste Zeit, dass die Christenmenschen aller Länder sich als Einheit verstehen. Seit dem Besuch von Papst Benedikt XVI. in Erfurt vor fünf Jahren ist die Welt eine andere geworden, böse, gewalttätig. Wer sollte denn der gegenwärtig allherrschenden Angst mit Hoffnung, mit einer frohen Botschaft begegnen können, wenn nicht die Christen mit ihren Werten wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit? Angesichts der weltweiten Bedrohungen durch Terror und Krieg scheinen die Gründe längst zweitrangig, die dem gemeinsamen Abendmahl entgegenstehen. Wenn Katholiken und Protestanten vor der Zeitgeschichte bestehen wollen, kommen sie an raschen Ökumene-Schritten gar nicht vorbei.

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