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Westfalenpost: Antarktisschutz - Eine Frage des Überlebens

Hagen (ots) - Man mag es Zynismus nennen, aber der Mensch hat es geschafft. Er hat Wälder abgeholzt, Tier- und Pflanzenarten aussterben lassen, Kohle verbrannt, bis die globale Temperatur anstieg und so viele Atombomben gezündet, dass sich Plutonium 239 in den Sedimenten nachweisen lässt. Homo Sapiens hat binnen kürzester Zeit die Erde derart umgestaltet und verändert, dass Wissenschaftler nun einen neuen Zeitabschnitt in der Erdgeschichte ausrufen wollen: das Anthropozän, die Epoche des Menschen. Homo Sapiens bedeutet weiser, vernünftiger Mensch. Doch blickt man auf die Folgen menschlichen Tuns, fällt es schwer, dies zu verstehen. In dem Versuch, Lebensräume zu schützen und Flora wie Fauna zu erhalten, gab es stets diesen krassen Widerspruch zwischen der Erkenntnis, Raubbau an der Natur zu betreiben, und der Einsicht, zu handeln. Auch das nun vereinbarte Antarktis-Schutzabkommen ist letztlich ein Kompromiss: Das Verbot jeglicher Fischerei gilt nicht für die gesamte Zone, auch läuft der Schutzstatus für die Antarktis nach 35 Jahren aus. Das ist das Gegenteil dessen, was nachhaltiger Naturschutz bedeutet. Denn die Antarktis, dieser mit Biomasse gefüllte Kühlschrank, der die Weltmeere mit Nährstoffen versorgt: Sie hat sie noch, diese Vielfalt und Vielzahl an Tieren und Pflanzen. Und dennoch ist es eine gute Nachricht für den Umweltschutz, der nicht viele umfassende Vereinbarungen kennt. Der Schutz der Meere, der Erhalt von Tier- und Pflanzenarten, das Bemühen, den von Menschen verschuldeten Anstieg der globalen Temperatur auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen - es sind Teile eines Ganzen, von dem der Mensch verstanden hat, dass er handeln muss, wenn er überleben will.

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