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25.09.2018 – 05:00

Neue Osnabrücker Zeitung

NOZ: Experte warnt: Soziale Dienstpflicht würde Milliarden von Euro kosten

Osnabrück (ots)

Experte warnt: Soziale Dienstpflicht würde Milliarden von Euro kosten

Paritätischer Gesamtverband: Man müsste auch an Sanktionen denken

Osnabrück. Unmittelbar vor einem Gespräch bei Gesundheitsminister Jens Spahn an diesem Dienstag (25.9.) in Berlin warnen Wohlfahrtsexperten die Bundesregierung vor weitreichenden Folgen einer sozialen Dienstpflicht. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", bei einem Pflichtjahr drohten Kosten in Milliardenhöhe: "Wir müssten jedes Jahr um die 700.000 junge Frauen und Männer in irgendeiner Form beschäftigen. Und wir müssten sie 700.000mal anleiten."

Zudem wäre nach den Worten von Schneider eine neue Verwaltung erforderlich. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Kreiswehrersatzämter, bei denen sich bis zur Aufhebung der Wehrpflicht junge Männer melden mussten. Und schließlich müsste auch ein Sanktionsapparat aufgebaut werden, so Schneider weiter. "Wenn früher die jungen Männer nicht in die Kasernen gekommen sind, dann kamen die Feldjäger und holten sie ab. Bei Totalverweigerern, die auch den Zivildienst ablehnten, gab es harte Sanktionen bis hin zu Gefängnisstrafen." Auch solche Fragen müsse man bis zum Ende mitdenken, wenn man einen Pflichtdienst fordere. "Will man das tatsächlich?"

Schneider plädierte stattdessen dafür, die Freiwilligendienste attraktiver zu machen, etwa durch die Zahlung eines Taschengeldes von 600 Euro im Monat. Er schätzt, dass sich die Zahl der Freiwilligen so verdoppeln ließe. "Allein im Bundesfreiwilligendienst wären es dann 70.000 statt 35.000."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat für diesen Dienstag Vertreter von 18 Sozialverbänden zu einem Gespräch über die "Vor- und Nachteile eines sozialen Dienstes für das Gesundheitswesen" eingeladen. In der Einladung heißt es, eine allgemeine zeitlich begrenzte Dienstpflicht für junge Frauen und Männer "könnte mit dazu beitragen, den Zusammenhalt in der Gesellschaft zwischen den Generationen zu stärken".

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