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Neue OZ: Kommentar zu Atommüll

Osnabrück (ots) - Fatale Grundhaltung

Da braucht es erst den verheerenden GAU in Fukushima, dass Politik, Behörden und Beratergremien in Deutschland erkennen: Kommt es zur atomaren Katastrophe, ist die Bundesrepublik nur bedingt abwehrbereit. Jetzt, wo der Atomausstieg beschlossene Sache ist, werden die Katastrophenschutzpläne grundlegend überarbeitet. Reichlich spät, aber immerhin.

Richtig ist: Die vorgestellten Richtlinien zielen auf äußerst unwahrscheinliche Szenarien ab. Aber gerade das haben Fukushima und Tschernobyl gelehrt: Wer im Notfall richtig handeln will, sollte stets vom Schlimmsten ausgehen. Und das war bislang eben nicht der Fall, was wiederum das Vertrauen in die Atomtechnologie erheblich schmälert. Der größte anzunehmende Unfall (GAU) war nämlich bislang, anders als behauptet, nicht Grundlage der Planungen. Aber wen wundert das eigentlich noch? Unzureichende Planungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Atomzeitalters der Bundesrepublik. Erinnert sei nur daran, dass nach wie vor keine Lösung für den Atommüll gefunden worden ist. Nicht einmal für schwach und mittelradioaktive Abfälle gibt es ein Endlager.

Der Aufbruch in die strahlende Zukunft der Bundesrepublik schien von der Devise geprägt: Es wird schon irgendwie gut gehen. Nicht nur beim Thema Entsorgung, sondern auch beim Punkt Sicherheit. Was für eine fatale Grundhaltung.

Dirk Fisser

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