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Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen
EADS

Osnabrück (ots)

Bittere Ironie

Vieles glänzt bei EADS, aber nicht das Rüstungsgeschäft. Tapfer beteuert EADS-Chef Tom Enders, die kränkelnde Rüstungstochter Cassidian stehe nicht zur Disposition. Was soll er auch anderes sagen? Selbst wenn er wollte, könnte er sich ihrer nicht entledigen. EADS steht unter politischem Einfluss wie kein anderer europäischer Industriekonzern. Die Beteiligung Deutschlands, Frankreichs und Spaniens soll zwar auf 30 Prozent schrumpfen, doch werden die drei Staaten zu verhindern wissen, dass EADS sein Verteidigungsgeschäft abstößt oder zusammenstutzt.

Bittere Ironie: Die Länder selbst tragen als Auftraggeber mit zu Cassidians Misere bei. Ihre krisengeschädigten Verteidigungsetats geben nicht mehr viel her. Frankreich bestellt zudem Kampfflugzeuge lieber beim heimischen Konkurrenten Dassault und ebnet ihm den Weg zu Auslandsaufträgen, um die sich auch EADS mit seinem Eurofighter Typhoon bewirbt. Will Enders Geschäfte dann mit solventeren arabischen Kunden machen, schauen ihm seine Großaktionäre aus geo- und menschenrechtspolitischen Gründen kritisch auf die Finger.

Sein Glück: Das Zivilgeschäft erweist sich als solide. Bei der Entwicklung des Mammut-Airbus A380 ging der Konzern ein hohes Risiko ein, doch lag er mit der Entscheidung richtig. Bleibt zu hoffen, dass EADS beim nächsten Neuling, dem A350, ähnliche Fortune hat.

Christian Schaudwet

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