Alle Storys
Folgen
Keine Story von Neue Osnabrücker Zeitung mehr verpassen.

Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Facebook-Fahndung der Polizei

Osnabrück (ots)

Besser bleiben lassen

Facebook spaltet. Für die einen ist es Alltag, für die anderen kein Netz-, sondern Teufelswerk. Dass die Polizei es stärker zur Fahndung nutzen möchte, löst also Unbehagen aus - und das berechtigt.

Auch wenn die Chancen auf der Hand liegen, sind die Nebenwirkungen beträchtlich. Schon jetzt lesen manche Nutzer nur die Hälfte eines Postings, haben nach dem ersten Wort bereits eine Meinung und geben sie kund. Rasch wird so ein Exhibitionist zum Kinderschänder, den man aufknüpfen sollte, oder ein trauriges Familiendrama mit ausländerfeindlichen Hetz-Tiraden zum Ehrenmord umgedeutet. Will die Polizei so etwas ernsthaft befördern? Oder auch, dass volle Namen online kursieren, unabhängig von der Schwere des Vorwurfs oder vom Nachweis einer Schuld?

Ferner: Was ist mit falschen Verdächtigungen? Und mit Verwechslungen, sei es aufseiten der Polizei oder der Surfer? Erste Fälle gibt es, in denen ein Betrüger online gesucht wurde und das Bild die falsche Person zeigte. Wer einmal versucht hat, Daten wieder aus dem Netz zu bekommen, weiß: Irgendwo kann ein Foto auch nach Jahren noch online stehen. Gleiches gilt, falls es vor Gericht einen Freispruch gegeben haben sollte.

Die Polizei braucht somit klare Regeln, um Facebook zu nutzen, und zwar so restriktiv wie möglich. Am besten ließe sie es ganz bleiben. Alles andere wäre falsch verstandene Modernität.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Neue Osnabrücker Zeitung
Weitere Storys: Neue Osnabrücker Zeitung
  • 15.11.2012 – 22:00

    Neue OZ: Kommentar zu Nahost

    Osnabrück (ots) - Beschämend verantwortungslos Unaufhaltsam eskaliert die Gewalt im Nahen Osten. Wer sollte sie stoppen? Sowohl Israel als auch der palästinensischen Hamas kommt der Konflikt schließlich sehr gelegen. So kurbelt Israel ganz gezielt die Militärpropaganda an und berichtet mithilfe sozialer Medien in Echtzeit von den eigenen Angriffen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gibt sich kämpferisch - kein Wunder, schließlich stehen im Januar Wahlen an. Mit ...

  • 15.11.2012 – 22:00

    Neue OZ: Kommentar zu Terrorabwehrzentrum

    Osnabrück (ots) - Achtung, nicht verzetteln! Was für ein holpriger Start: Sechs Länder verweigern vorerst die Teilnahme am neuen Terrorabwehrzentrum, die Linke erwägt gar eine Verfassungsklage - das hatte sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sicher anders vorgestellt. Umso erstaunlicher, dass er seinen Plan durchgezogen hat. Das hinterlässt den Eindruck einer übereilten Aktion, ganz so, wie es ihm sogar ...

  • 14.11.2012 – 22:00

    Neue OZ: Kommentar zu Gerhart Hauptmann

    Osnabrück (ots) - Die Ächtung der Werke ist Geschichte Vergleicht man die Hauptmann-Euphorie vor allem im Berlin der Jahrhundertwende, aber auch im europäischen Ausland, dann fällt ihr Verblassen spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Sicher, der Naturalismus wurde von anderen literarischen Strömungen abgelöst. Doch am meisten schadete Hauptmanns riesigem Werk seine unkritische Haltung gegenüber dem ...