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01.03.2012 – 22:00

Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Inklusion

Osnabrück (ots)

Nur Mut!

Es ist schon bemerkenswert, wenn die größte Oppositionspartei einem Gesetzentwurf der Regierungskoalition zustimmen will - erst recht, wenn es um ein so streitbares Thema geht wie die Inklusion. Allerdings: Es wird auch höchste Zeit, dass Niedersachsen die 2008 verabschiedete UN-Behindertenrechtskonvention umsetzt.

Positiv ist fernerhin, dass keine Partei das gemeinsame Lernen behinderter und nicht behinderter Kinder grundsätzlich infrage stellt. Es geht also nicht darum, ob, sondern wie Inklusion umgesetzt wird. Und da fangen die Probleme an: Was wird aus Förderschulen, wenn ihre Schüler an Regelschulen wechseln? Wann ist es sinnvoll, behinderte Kinder doch in speziellen Einrichtungen zu fördern, und wer entscheidet das? Wie sollen Kommunen behindertengerechte Schulgebäude bezahlen, woher gut ausgebildete Pädagogen kommen? Weder CDU und FDP noch SPD können verhehlen, dass noch viel zu klären ist.

Erschwert wird die Debatte, weil jede Änderung auch ein Abschied von vertrauten und zum Teil bewährten Strukturen ist. Könnte Deutschland tatsächlich auf sein über Jahrzehnte gewachsenes Förderschulsystem verzichten wie anderswo längst üblich?

Derlei Gedankenspiele erfordern viel Mut - zumal sich die UN-Konvention ausdrücklich nicht nur auf die Schule bezieht. Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, in allen Lebensphasen und allen Schichten. Höchste Zeit, sich ihr zu stellen.

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