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Neue OZ: Kommentar zu Japan
Kunst

Osnabrück (ots) - Hallraum der Angst

Die Katastrophe rückt Kunst wieder neu ins Bewusstsein, nicht als billige Prophetie, sondern als seismografisches Wahrnehmungsorgan. Ob Tsunami, Beben oder GAU: Künstler haben es nicht schon immer besser gewusst. Sie haben aber früh einer Wahrnehmung Ausdruck gegeben, die anders als die Machbarkeitsbeteuerungen von Politikern und Ingenieuren unkalkulierbare Risiken in den Blick genommen hat. In den fiktiven Bildern von Film, Comic und Kunst verdichten sich kollektive Ängste. Bildkünste beschwören diese Ängste aber nicht einfach nur, sie machen sie für das gesellschaftliche Gespräch oft überhaupt erst einmal zugänglich. Darin liegt ihre besondere Leistung. Das japanische Desaster spiegelt sich in der Kultur, als Erinnerung und Vorwegnahme zugleich. Und als Schrecken ohne Ende. Je fantastischer die Kunstbilder ausfallen, umso wirklicher sind sie eigentlich.

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