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Neue OZ: Kommentar zu Tiere
Knut
Tod

Osnabrück (ots) - Keine Sorge

Haben denn die Menschen keine anderen Sorgen, dass sie um einen Eisbären trauern, als sei ein Familienmitglied gestorben? Die Frage drängt sich auf. Die Antwort aber auch: Doch, sicher haben sie das. Sie haben alle ein Leben, in dem sie sich um eine Menge Pflichten kümmern müssen und in dem nicht alles so läuft, wie sie es sich wünschen. Im Moment wirkt beispielsweise die Katastrophe in Japan bedrückend, durch den Anblick von Tod und Zerstörung und die Angst vor der Atomkatastrophe.

Das Leben ist unübersichtlich und kompliziert, aber manche Dinge sind ganz einfach: Menschen mögen es, getröstet zu werden. Nur die Art des Trostes kann variieren. Vielen tat es gut, Knut zu beobachten. So ähnlich, als würden sie meditieren, Schokolade essen oder ihre Lieblingsmusik hören: Knut war für sie ein Trost im Alltag. Dass er ein Lebewesen war, ermöglichte eine emotionale Bindung, und lässt seinen Tod nun zum Trauerfall werden. Aber die Trauer wird sich in überschaubaren Grenzen halten, da besteht kein Grund zur Sorge.

Knuts Beliebtheit war für Skeptiker immer schon schwer nachvollziehbar. Und immer wieder wurde nach Erklärungen gesucht, warum die Menschen ausgerechnet bei ihm so emotional wurden. So emotional, dass sie jetzt halbe Liebeserklärungen in Gedenkbücher schreiben. Man muss das nicht verstehen. Aber man kann es ruhig akzeptieren.

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