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Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen
VW
Cabrio

Osnabrück (ots) - Das ist nicht der Autohimmel

Selten dürfte der Produktionsstart eines neuen Fahrzeugs von so viel Lob begleitet gewesen sein. Dieses Lob tat nicht nur gut, es war auch hart erarbeitet. Monatelang hatten Gewerkschafter, Beschäftigte und Politiker um den Erhalt des Autostandortes Osnabrück gekämpft. Sie hatten Prügel bezogen, Niederlagen verarbeiten müssen, und am Ende doch die Ernte einfahren können. Das Lob von gestern Abend wirkte wie Heilsalbe auf jene Wunden, die in den Kämpfen der Karmann-Krise geschlagen wurden.

Aber dieses Lob macht den neuen Volkswagen-Standort künftig nicht unverwundbar. Das Werk wird sich seinen Platz erkämpfen müssen. Mit dem Bau des Golf Cabrio ist zwar ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunftssicherung gemacht. Die Stückzahlen werden das Werk aber nicht auslasten. Und Porsche-Modelle werden nur dann in Osnabrück gebaut, wenn das Stammwerk in Zuffenhausen die Nachfrage nicht bedienen kann.

Die Ankündigung von VW-Chef Martin Winterkorn, dass am Standort Osnabrück künftig jedes VW-Cabrio-Modell gebaut werden könne, ist auch Aufforderung, sich dem Wettbewerb im Konzern zu stellen. Wenn die Sektlaune von gestern verflogen ist, werden die Osnabrücker VW-Beschäftigten feststellen, dass sie nicht im Autohimmel gelandet sind, sondern vielmehr hart dafür arbeiten müssen, den Standort zu sichern.

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