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Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen
VW
Telekom

Osnabrück (ots) - Besonders unpassend

Volkswagen und Telekom versuchen mit vollständiger Aufklärung den Schaden eines möglichen Bestechungsskandals zu begrenzen. Sollte sich der Anfangsverdacht illegaler Absprachen zwischen den beiden DAX-Konzernen allerdings bestätigen, zeichnet sich eine Dimension ab, die weit über das fragwürdige Sponsoring eines Fußballvereins hinausgeht.

Es würde zeigen, dass sich das Geschwür der Korruption tief in die deutsche Wirtschaft und in die Verwaltung eingefressen hat. Eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft PricewaterhouseCoopers hat gezeigt, dass der Schaden durch Korruption allein in deutschen Behörden zwei Milliarden Euro pro Jahr beträgt. In der Wirtschaft, so die Vermutung der Experten, ist die Summe noch höher.

Für Volkswagen kommen die Ermittlungen zudem besonders ungelegen. Denn die Erinnerung an die letzte einschlägige Affäre ist bei Europas größtem Autobauer längst nicht erloschen. Erst vor zwei Jahren musste sich der ehemalige Betriebsratschef Klaus Volkert vor Gericht verantworten, weil ihm vorgeworfen wurde, dass er sich von VW mit Geld und Lustreisen bestechen ließ. Volkswagen ist auf dem Weg zur Weltspitze. Das Image, es mit den Gesetzen nicht so genau zu nehmen, stört dabei gewaltig. Das wissen die Wolfsburger sehr genau. Ihre Bemühungen um Aufklärung sind deshalb glaubwürdig.

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