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Neue OZ: Kommentar zu Italien
Tunesien
Flüchtlinge

Osnabrück (ots) - Scharfe Kontrolle

Was für ein Drama auf dem Mittelmeer! Tausende junge Flüchtlinge aus Tunesien wagen die lebensgefährliche Überfahrt in morschen Fischerbooten nach Lampedusa. Sie suchen Rettung vor Armut und Chaos in ihrer Heimat. Das ist mutig und verständlich. Die italienische Insel stellt für sie das Tor nach Europa, zu Glück und Reichtum dar. Doch das darf sich nicht weiter öffnen, weil dieser Kontinent einen ungesteuerten Zustrom aus Afrika weder wirtschaftlich noch politisch verkraften kann. Vielmehr muss alles getan werden, damit die Flüchtlingswelle nicht weiter anschwillt.

Hier ist insbesondere die neue Regierung in Tunis gefordert. Seit der Flucht des Diktators Ben Ali scheinen die Kontrollen an den Häfen nicht mehr zu funktionieren. Diese Lücke muss das Land sofort wieder schließen. Dazu ist es vertraglich verpflichtet.

Zudem müssen die Flüchtlingsursachen angegangen werden, sprich: Tunesien, aber auch Ägypten und Algerien müssen sich stärker wirtschaftlich entwickeln, damit ausreichend Jobs geschaffen werden. Dazu gehört auch eine radikale Umkehr in der Familienpolitik. Die Bevölkerung Tunesiens hat sich in 50 Jahren mehr als verdoppelt, die Ägyptens verdreifacht. Da sind soziale Verwerfungen programmiert.

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