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Neue OZ: Kommentar zu Neuer Plenartrakt des niedersächsischen Landtag

Osnabrück (ots) - Das wird keiner wagen

Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Vor der Landtagswahl Anfang 2013 rücken kein Bagger und keine Abrissbirne gegen den maroden Plenartrakt des niedersächsischen Landtags vor. Mit Blick auf die schroffen Auseinandersetzungen um das Bahnprojekt Stuttgart 21 wird es kein Politiker wagen, ausgerechnet im Wahlkampf den umstrittenen Abriss des Oesterlen-Klotzes zu starten.

Fraglich erscheint sogar, ob es überhaupt gelingt, den Plenarbereich durch einen gläsernen Neubau zu ersetzen. Zwar ist kürzlich ein Volksbegehren gegen das Projekt mit kläglichen 2900 statt der 25 000 benötigten Unterschriften gescheitert; mit den Oppositionsparteien, dem hannoverschen Bildungsbürgertum und anderen Protestgruppen könnte sich aber solch massiver Druck aufbauen, dass die Befürworter des Projekts kapitulieren. Zumal im Regierungslager nicht nur helle Begeisterung über den tempelartigen Entwurf eines Neubaus herrscht.

Aber was dann? Die Betonburg, in der das Parlament jetzt unter miserablen Bedingungen tagt, ist dringend erneuerungsbedürftig. Ein Umbau im Bestand kann jedoch zum Fass ohne Boden werden - ohne Denkmalschutz pur zu gewährleisten. Gibt es aber nur eine notdürftige Minilösung, muss sich das Land zu Recht vorhalten lassen, Planern nun schon zweimal mit imposanten, aber nicht umgesetzten Architektenwettbewerben eine Nase gedreht zu haben.

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