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Neue OZ: Kommentar zu Kunst

Osnabrück (ots) - Dokument des Lebens

Mit den Bildern der psychisch Kranken hat sich auch unser Bild von ihnen verändert. Sie mögen wie eingesperrt in ihrer ganz eigenen Welt leben. Doch ihre Werke, die nun in Frankfurt zu sehen sind, sagen auch denen etwas, die als psychisch normal gelten. Mehr noch: Die Bildwerke stellen, bei aller geradezu manisch wirkenden Kleinteiligkeit, eine große Leistung dar.

Dabei ist die aktuelle Ausstellung nicht ohne einen berühmten Vorläufer vorstellbar - die Sammlung Prinzhorn. Jenes vor dem Dritten Reich zusammengetragene Bilderkonvolut bildet heute den legendär gewordenen Referenzpunkt für alle Überlegungen zur Kreativität und damit Leistungsfähigkeit der Menschen, die als krank angesehen werden. Die Sammlung hat Grenzen der Wahrnehmung folgenreich verschoben. Zum Glück.

Die Sammlung Prinzhorn hat nicht ohne Grund große Künstler der Moderne angeregt und fasziniert. Allein ihre Existenz war ein schlagender Protest gegen die Nationalsozialisten, die sich ein Urteil über das Lebensrecht auch der psychisch Kranken anmaßten. Dabei demonstriert Kunst die Vitalität der Kranken bestens - bis heute.

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