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Neue OZ: Kommentar zu Integration
Parteien

Osnabrück (ots) - Endlich akzeptieren

Nanu? Hängt sich jetzt auch Sigmar Gabriel an Sarrazins Fersen? Fällt er um, indem er Härte gegenüber Integrationsverweigerern fordert, die nach Ansicht mancher Romantiker doch gar nicht stören? Auffallend ist schon, wie sehr der Sozialdemokrat Strafen betont, nicht Hilfen. Dass auch er Schulschwänzern die Polizei vorbeischicken will, keine Sozialarbeiter. Da hat einer mit seiner Nase für Volkes Stimmung wohl doch gemerkt, dass zu viel Milde auch in sozialdemokratischen Kreisen derzeit nicht angesagt ist.

Härte darf sich aber nicht gezielt gegen Zuwanderer richten. Das kann nicht deutlich genug gesagt werden. Der Anteil problematischer Familien ist unter Migranten größer - in absoluten Zahlen aber gibt es weitaus mehr deutschstämmige Schulschwänzer, einheimische Sozialfälle, hier geborene Kriminelle. Damit sind sie auch der größere Teil des Problems, von dem die Integrationsfrage nicht ablenken darf.

Davon abgesehen: Nahezu alles, was derzeit gefordert wird, liegt an Möglichkeiten längst vor. Vom Umgang mit Schul- oder Deutschkursschwänzern bis zu ausländerrechtlichen Schritten oder Hartz-IV-Kürzung. Einzig, das Repertoire wird nicht konsequent angewandt. Und es wird nicht immer begleitet von Mitteln, die Integration erleichtern würden: ein offenes gesellschaftliches Klima zuallererst, in dem Zuwanderung gelenkt werden mag, aber als selbstverständlich und nötig endlich akzeptiert wird.

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