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Neue OZ: Kommentar zu Parteien
CDU

Osnabrück (ots) - Heimatlos

Oft werden Christdemokraten mit Konservativen gleichgesetzt. Wie ungenau diese Einstufung ist, beweist die wieder aufflammende Debatte um das Unionsprofil. Pragmatismus und ein Modernisierungsprozess prägen die Partei - etwa bei den Themen Atom, Wehrpflicht und Familie. Das führt dazu, dass die CDU, anders als die Grünen mit ihren eindeutigen Aussagen, als profillos empfunden wird. Dazu passt, dass nun auch Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach die Debatte befeuert, sekundiert durch weitere Politiker, die sich heimatlos fühlen.

Tatsächlich kennzeichnet die Eigenschaft konservativ nur unvollständig die CDU. Angela Merkel wird nicht müde, von den drei Wurzeln der Volkspartei CDU zu sprechen: neben dem Liberalen und Christlich-Sozialen auch vom Konservativen. Damit aber stellt die Unionschefin Anhänger des rechten Flügels nicht zufrieden, halten sie doch deren Beteuerung nur für ein Lippenbekenntnis. Noch fehlt eine charismatische Führungsfigur für die Gründung einer neuen Partei rechts von CDU und CSU. Käme es dazu, würde auch die Gefahr des Populismus wachsen, wie der Blick in andere EU-Staaten belegt. Merkel ist daher gut beraten, den alten Satz von Franz Josef Strauß sehr zu beachten, wonach es rechts von der CSU keine demokratisch legitimierte Partei geben darf.

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