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Neue OZ: Kommentar zu Parteien
FDP

Osnabrück (ots) - Desaster

Es ist bizarr. Mit der Wirtschaft geht es seit Monaten steil bergauf, doch die Regierungsparteien können nicht davon profitieren. Im Gegenteil: Die FDP verliert in Umfragen noch an Zustimmung und fällt auf vier Prozent - ein Desaster.

Am schlimmsten aber für die Liberalen: Die Noten entspringen nicht etwa einer Wählerlaune, sondern sind konstant schlecht und leider allzu gerechtfertigt. Wer großspurig Steuersenkungen ankündigt, dann jedoch nur eine kleine Klientel bedienen kann, wer erfolglos um die versprochene große Gesundheitsreform kämpft, wer entnervend mit dem Koalitionspartner streitet, statt mit ihm an einem Strang zu ziehen, der darf sich über einen drastischen Vertrauensverlust nicht wundern.

Natürlich tragen zum schwachen Erscheinungsbild der Koalition auch die heftig um ihren Kurs ringende Union und eine führungsschwache Kanzlerin bei. Doch niemand verkörpert die Probleme der Regierung so klar wie Guido Westerwelle. Ebenso übermütig, wie er in die Regierung eingezogen ist, genauso überfordert sieht der FDP-Chef jetzt zu, wie seiner Partei die Felle davonschwimmen. Der Ordnungsruf des Ehrenvorsitzenden Hans-Dietrich Genscher war damit überfällig. Hoffentlich wird er gehört, damit endlich wieder jene Ernsthaftigkeit zurückkehrt, die man von einer Partei wie der traditionsreichen FDP erwarten darf.

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