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WAZ: Es herrscht Athen in Düsseldorf. Kommentar von Thomas Wels

Essen (ots) - Unser politisches Führungspersonal, so viel ist klar, muss anständig bezahlt sein. Klar ist aber auch: Einem Minister nach fünf Jahren Tätigkeit runde 4000 Euro brutto als Pension auszuzahlen, ist schlicht unanständig.

Mit welcher Berechtigung erhalten Minister nach fünf Jahren mehr als das Dreifache eines Rentners, der nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst auf monatlich 1224 Euro kommt? Mit welcher Berechtigung - man glaubt es kaum - haben die Minister nach acht Jahren Tätigkeit einen Pensionsanspruch ab 55 Jahren, während die Altersgrenze für gesetzlich Versicherte aus gutem Grund auf 67 Jahre angehoben worden ist? Es herrscht Athen in Düsseldorf.

Politiker schimpfen gerne, und in Zeiten der Finanzkrise reichlich, über raffgierige Manager, die risikofreie Abfindungen und Boni kassierten. Was für eine Heuchelei angesichts dieser Luxus-Pensionen, die bei einer Lebenszeit von achtzig Jahren deutlich über eine Million Euro wert ist. Nochmals: erworben in fünf Jahren!

Also: Bezahlt unser Führungspersonal anständig, es darf auch ein wenig mehr sein als heute. Das Mindeste aber ist, dass NRW-Minister (ebenso wie jetzt schon die Landtagsabgeordneten) selbst für ihre Altersvorsorge ansparen müssen. Die Änderung dieses Gutsherrengesetzes stünde einer neuen Regierung gut zu Gesicht.

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