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Neue OZ: Kommentar zu Italien
Kunst

Osnabrück (ots) - Die Zweifel überwiegen

Es wäre einfach zu schön gewesen: ein unbekanntes Bild von Caravaggio - passgenau zum großen Malerjubiläum entdeckt! Nun geschieht mit der vermeintlichen Sensation jedoch, was zu erwarten war. Sie zerplatzt wie eine Seifenblase.

Dabei stimmten die Voraussetzungen. Mit dem 400. Todestag des Genies mit dem wüsten Leben war die Aufmerksamkeit der Medien und der Öffentlichkeit einer Nachricht von unvorhergesehenem Finderglück sicher. Obendrein steht es mit Caravaggios Werk wie mit dem vieler weiterer Altmeister der Kunst: Sein wahrer Umfang ist nicht mit letzter Sicherheit zu bestimmen. Sollte da nicht noch ein bislang unbekanntes Gemälde aufzufinden sein - erst recht von der Hand eines Malers, der oft genug fluchtartig den Wohnort wechseln musste? Viele Fragen, noch mehr Zweifel. Vorsicht ist geboten bei vermeintlichen Neuentdeckungen, die aus mäßigen Werken über Nacht Meisterstücke mit Millionenwert machen. Eigenartig wirkt auch das Bild selbst. Ist diese Darstellung des gerösteten Heiligen nicht selbst für den italienischen Spezialisten für dramatische Effekte einfach zu plakativ? Bleiben wir also besser bei den Bildern Caravaggios, die wir kennen. Die sind allemal aufregend genug.

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