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Neue OZ: Kommentar zu USA
Katastrophe
Umwelt

Osnabrück (ots) - Die schwarze Pest

Ein ölverschmierter Basstölpel ist bislang das einzige Vogel-Opfer der Bohrinsel-Katastrophe. Doch es müsste wohl ein Wunder geschehen, damit der Golf von Mexiko nicht zum Tierfriedhof wird. Das schwarze Gold ist zur Pest geworden, fließt ungehindert aus drei Lecks Richtung Louisiana, weil die Menschen die Kontrolle über die Technik verloren haben.

Ob Atom-GAUs wie in Harrisburg und Tschernobyl oder Öldesaster durch den Tanker Exxon Valdez oder nun die Bohrinsel Deepwater Horizon: allesamt werfen diese lebensbedrohlichen Ereignisse die Frage auf, wie weit der Mensch für einen sogenannten zivilisierten Lebensstil gehen darf. Und die Vorfälle zwingen unausweichlich dazu, den energiebasierten Wohlstand aus Wärme, Strom und Mobilität neu zu justieren. Wenn wie nun vor der US-Küste der Traum von Technik zum Tanz am Abgrund wird, muss dies Mahnung sein, kluge Alternativen zur Ausbeutung der fossilen Erdressourcen zu entwickeln.

Insofern ist Obamas PR-Trip an die bedrohte Küste nichts weiter als eine Beruhigungspille. Der US-Präsident redet auch mit doppelter Zunge, wenn er nun BP in die Schranken weist. Denn noch vor wenigen Wochen hat er die neue US-Strategie erläutert und neue Ölbohrungen an der Ostküste angekündigt. Unter dieser Prämisse bleibt nur zu hoffen, dass Louisianas Flagge nicht zum Menetekel wird. Sie zeigt einen Pelikan mit strahlend weißem Gefieder.

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