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Neue OZ: Kommentar zu "Axolotl Roadkill" auf der Bühne

    Osnabrück (ots) - Gesunde Instinkte

    Joachim Lux greift nach dem Skandalroman - nachdem er sich weiße Handschuhe angezogen hat. Treuherzig versichert er, auf Helene Hegemanns Aufreger-Buch "Axolotl Roadkill" schon vor den Plagiatsvorwürfen aufmerksam geworden zu sein. Damit macht er klar, wie er selbst gesehen werden möchte: auf jeden Fall als Mann mit Gespür für eine Qualität von Texten, die er als Erster zu bemerken pflegt. Ein wenig mutiger hätte Lux hingegen sein dürfen. Denn als Theatermann begeistert er sich in Wirklichkeit für den Literaturstreit als Aufführung, wie sie so saftig und süffig nur ein Autor hinbekommt - das Leben selbst.

    Alle schreien Skandal, und wir haben den Mut, ihn auf unsere Bühne zu wuchten: Mit solch unverstelltem Frohlocken hätte Lux wirklich beeindrucken können. Jetzt redet er sich auf das Thema Verwahrlosung heraus, deutelt den Literaturcoup zur besorgten Generationenreportage um. Der Theaterintendant ist in Wirklichkeit weniger angekränkelt als das Romansujet. Lux zeigt gesunden Bühneninstinkt. Prima!

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