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Neue OZ: Kommentar zu Taliban

    Osnabrück (ots) - Kampf gegen die Terror-Hydra

    Die brutalen Racheakte der Taliban in Pakistan überraschen nicht, waren sie doch nach zwei hohen Verlusten angedroht worden. Am 5. August kam Ta-liban-Chef Baitullah Mehsud bei einem Raketenangriff des US-Geheimdienstes CIA ums Leben. Vor wenigen Tagen erlag der skrupellose Taliban-Führer Scher Mohammed Kasab im Gefängnis seinen Verletzungen, nachdem er bei der Festnahme durch pakistanische Sicherheitskräfte angeschossen worden war. Kasab, ein gelernter Metzger, soll seine Gegner eigenhändig enthauptet haben.

    Wird hingegen die Schaltzentrale der Taliban "enthauptet", wachsen der Terror-Hydra rasch neue Köpfe nach. Wie soll die Herkules-Aufgabe bewältigt werden? Ein Patentrezept gibt es nicht. Mit aller Härte muss aber gegen die Taliban vorgegangen werden, solange sie in Afghanistan und Pakistan Mädchenschulen niederbrennen, Frauen entrechten, die Scharia praktizieren und Anschläge verüben.

    Andererseits ist klar: Gewalt erzeugt Gegengewalt. Deswegen jedoch allein auf Verhandlungen zu setzen wäre falsch. Die Taliban sind keine verlässlichen Partner. Der Ausweg aus dem Teufelskreis führt über die Bevölkerung. Hier finden die Terroristen ihren Nährboden, um Nachwuchs zu rekrutieren. Dies kann nur verhindert werden, wenn deutlich mehr in Sicherheit, Bildung und wirtschaftliche Perspektive der Menschen investiert wird.

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