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Neue OZ: Kommentar zu Forschung
Frieden

    Osnabrück (ots) - Kein Reparaturbetrieb

    Alle Jahre wieder legen die führenden Friedensforscher ihr Gutachten vor. Das verschwindet meist schnell in den Entscheider-Schubladen. Kein Wunder. Denn es enthält keine raschen Patentlösungen für die Konfliktherde dieser Welt. Sondern fordert eine unbequeme, selbstkritische Auseinandersetzung damit. Beispiel Afghanistan: Mehr Soldaten, mehr Geld für die Operationen dort - klingt plausibel, hilft aber wenig, wo Korruption grassiert, Sozialstrukturen und Justizwesen nicht funktionieren.

    Oder Beispiel Somalia: Kriegsschiffe vieler Staaten sind im Einsatz, um das Piratenunwesen zu bekämpfen. Dessen Ursachen - etwa die internationale Plünderung der reichen Fischereigründe vor Somalia, die vielen Somalis die Existenzgrundlage geraubt hat - bleiben jedoch bestehen. Hier wie dort ist die Politik gefordert. Aber der fällt nicht mehr ein, als Militär zu schicken. Das ist als Reparaturbetrieb für die Folgen politischen Versagens freilich nicht geeignet. Frieden schaffen ohne Waffen - das Motto ist leider aus der Mode gekommen, sollte aber Zukunft haben.

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