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Neue OZ: Kommentar zu Steuern
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Bericht

    Osnabrück (ots) - Traurige Spitzenposition

    Seit Jahren schon verteidigt Deutschland eine traurige Spitzenposition: In kaum einem anderen Industriestaat bleibt netto so wenig vom Bruttoverdienst wie hierzulande. Immer wieder verweisen Studien zudem auf eine relativ starke Belastung von Gering- und Durchschnittsverdienern. Auch hier muss sich etwas ändern, keine Frage.

    Doch ist die Hoffnung auf Entlastungen angesichts leerer Staatskassen und drohender Einnahmeausfälle denkbar schwach. Was schon in Zeiten satter Wachstumsraten nicht angepackt worden ist, hat jetzt, in der tiefsten Rezession der Nachkriegszeit, noch weniger Chancen auf Realisierung. Wünschenswert wäre zum Beispiel die Beseitigung des sogenannten "Mittelstandsbauches". Gemeint ist damit, dass der Steuertarif zunächst steil und dann flach ansteigt. Zur Entlastung der Bezieher unterer und mittlerer Einkommen könnte man die Tarifkurve begradigen. Doch hätte das massive Steuermindereinnahmen zur Folge. Summen von bis zu 25 Milliarden Euro werden genannt.

    Dies zeigt: Eine Steuerreform, die ihren Namen verdient, ist gar nicht so einfach zu verwirklichen, wie mancher weismachen will. Es sei denn, man finanziert sie auf Pump. Dies aber wäre so, als wollte man den Teufel mit Beelzebub austreiben. Denn die Schulden von heute sind die Steuererhöhungen von morgen.

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