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Neue OZ: Kommentar zu Kirchen
Papst
Israel

    Osnabrück (ots) - Alle Klippen umschifft

    Die Anspannung stand Benedikt XVI. gestern im Gesicht geschrieben. In der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem war dem Papst aus Deutschland bewusst, dass die Israelis jedes Wort von ihm auf die Goldwaage legen würden. Die Last der Vergangenheit machte es dem einstigen Hitlerjungen schwerer als seinem Vorgänger aus Polen, der selbst zu den Opfern der Nationalsozialisten gehörte.

    Bei seinem bewegenden Auftritt in Jerusalem mit hoher Symbolkraft hat Benedikt alle Klippen umschifft. Klar und eindeutig lehnte der Papst den Antisemitismus ab und wandte sich gegen jede ethnische und religiöse Diskriminierung. Ausdrücklich betonte das Kirchenoberhaupt erneut die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Juden und Christen.

    Doch ging es neben religiösen Fragen auch wieder um Politik. Dass sich der Papst für einen unabhängigen und international anerkannten Palästinenserstaat aussprach, wird Premier Benjamin Netanjahu sicher nicht gefallen haben. In der diplomatischen Sprache jedoch, in der sich der Papst äußerte, konnte sich Israels Regierung nicht brüskiert fühlen. Peinlich genau hat Benedikt darauf geachtet, nichts falsch zu machen. Das ist ihm gelungen, auch wenn er Ereignisse wie die Affäre um den Holocaust-Leugner Richard Williamson bewusst ausgeklammert hat.

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